Der 1916 Meter hohe Oksskolten ist der höchste Berg Nordnorwegens. Für seine Besteigung muss man 10-12 Stunden einplanen, als Belohnung winkt eine fantastische Aussicht von Vega bis zur Lofotenspitze und weit bis nach Schweden.

Septembertour

Am ersten Septembersonntag nahm sich www.nordnorge.com die Besteigung des Oksskolten vor. Die Berggipfel waren wolkenverhangen und der Nordwind ließ uns ein wenig frösteln. Die Wettervorhersage war jedoch recht gut und wir hatten unbändige Lust, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Wir übernachteten in der Kjennsvasshütte am Bergsee Kjennsvatnet auf etwa 500 Höhenmetern, die im Sommer über einen Kiesweg von Umbukta bei Mo i Rana aus zugänglich ist.

Von der Kjennsvasshütte über den Gletscher

Nach einem reicht steilen, einstündigen Aufstieg durch den Bergwald erreichten wir Austisen, einen Teil des Gletschers Okstindbreen. Zu dieser späten Jahreszeit ist der Gletscher bläulich und voller Kies und Steinen. Wir legten die Steigeisen an und folgten unserem Bergführer quer über den Gletscher. Sich anzuseilen ist empfehlenswert, der Weg ist jedoch leicht zu erkennen. Unter den Füßen knirscht es und Spalten ziehen sich wie blaue Adern durch das Eis. Die Überquerung dauert eine Viertelstunde.

Steilhang und Plateau

Nach dem Gletscher gilt es eine ziemlich steile Bergflanke zu überwinden. An manchen Stellen führt der Weg über losen Kies, an anderen sind glatte Felsen zu meistern. Bald erreichten wir ein Gelände mit langen schneegefüllten Rinnen, wo wir wieder die Steigeisen anlegten, um eine sehr steile Rinne zu überqueren. Bislang hatten wir stets den Blick auf den Gletscher und den See unterhalb, während die Gipfel in Wolken gehüllt waren. Endlich wurde es etwas flacher. Wir wanderten einen Rücken entlang, während der Austisen tief unter uns lag. Plötzlich offenbarte sich uns der Gipfel – ein steiler Rücken mit einem glitzernd schwarzen Blockfeld zwischen Wolkenfetzen. Wenn das keine Herausforderung ist ...

Der Gipfelanstieg

Bald wurde uns klar, warum der Gipfelhang so schön glitzerte –er war von einer dünnen Schneeschicht bedeckt. Nun galt es, sich Stück für Stück Richtung Gipfel zu arbeiten: Wir kletterten über Felsblöcke, stützten uns an Felswänden und wackeligen Blöcken und hievten uns mit den Armen vorwärts. Das GPS zeigte jedoch, dass wir auf diese Weise durchaus rasch an Höhe gewannen. Die Wolken lichteten sich allmählich und die Sonne gewann an Kraft. Viele hundert Meter unter uns erkannten wir die Gletscherspalten des Austisen im Dunst.

Panorama

Endlich zeichnete sich die Steinpyramide am Gipfel gegen die Sonne ab. Der Blick nach Osten bis Schweden war phänomenal, im Norden sahen wir das blaue Glitzern des Gressvatnet und im Süden wurde der 1901 Meter hohe Okshornet gerade von Wolkenfetzen freigegeben. Die Helgelandsküste mit ihrem gesamten Panorama von Vega bis zur Lofotenspitze lag jedoch in Nebel gehüllt, diesen Blick nahmen wir uns für das nächste Mal vor. An einer windgeschützten Stelle unterhalb der Steinpyramide fanden wir einen recht behaglichen Platz, wo wir uns über die Proviantpakete hermachten.

Anstrengende Tour

www.nordnorge.com ging die Tour in einer Gruppe, deren Teilnehmer unterschiedlichen Alters waren. Nicht alle waren mit den Verhältnissen im Hochgebirge vertraut, alle hatten jedoch gute Kondition und mit viel Energie in Form von Nüssen und Schokolade meisterten alle die gesamte Strecke gut – immerhin waren wir etwa 10 Stunden unterwegs. Geht man die Tour zwischen Mitte Juni und Mitte August, braucht man sich wegen einbrechender Dunkelheit keine Sorgen zu machen, denn es bleibt die ganze Nacht über hell. Auch wenn der Okseskolten steil ist, hat er keine ausgesetzten Partien.

Ausrüstung

Um den «Skolten» zu besteigen, benötigt man gute Bergschuhe, Steigeisen, Windhose, Windjacke und einige Schichten Wollkleidung, außerdem sind Mütze und Handschuhe auch mitten im Sommer ratsam. Aufgrund der Länge der Tour sollte man mehrere Mahlzeiten dabei haben – und natürlich eine Trinkflasche, die man vielerorts an der Strecke auffüllen kann. Im Juni liegt noch viel Schnee, während Juli, August und Anfang September Hauptsaison sind. Ab Mitte September sinkt die Temperatur und die Tage werden kürzer.

Nähere Informationen

  • UT.no hält Karte und Wegebeschreibung bereit.
  • Der lokale Tourismusverband Helgeland Reiseliv informiert über alle übrigen Erlebnisse und Aktivitäten in Helgeland.