Der im südlichen Teil der Inselgruppe Vesterålen gelegene Fjord, in dem sich Zinnen und Felswände der Berge spiegeln, die nur vom Wasser aus zugänglich sind, gehört zu den geheimnisvollsten Orten in Nordnorwegen.

Atemberaubende Eindrücke auf 3 km

Mit einer Länge von 3 Kilometern und einer Mündungsbreite von 70 m gehört der Trollfjord nicht zu den größten und tiefsten in Norwegen. Was die Dramatik der Landschaft angeht, ist er jedoch ohne Konkurrenz! Rechts und links des Fjords, der von der Meerenge Raftsund abzweigt, türmen sich die Felswände des 1000 m hohen Bergmassivs Trolltindan auf. Dieses Panorama macht Besucher sprachlos. Am Ende des Fjords befinden sich ein paar Häuser, die zum ehemaligen Kraftwerk gehören.

Wechselnde Eindrücke

Die Mitternachtssonne erreicht das tiefgrüne Wasser des schattigen Fjordes zwar nicht, doch die Gipfel erstrahlen in ihrem Glanz. Eine Fahrt im Nebel ist noch geheimnisvoller, wenn plötzlich die Felswand zur Rechten auftaucht. Voraus sind die Berggipfel zu sehen und bei der Einfahrt in den Fjord sehen sie aus wie Pyramiden. Zur Winterzeit dämpft der Schnee das Echo der aus Urgestein bestehenden Felswände.

Die „Schlacht“ am Trollfjord

Im Jahre 1890 gerieten hier Fortschritt und Tradition aneinander. Am 6. März, während der Fangsaison, war der Fjord voller Kabeljau. Die dampfgetriebenen Kutter versuchten, alles abzufischen und versperrten den Fischerbooten unter Segel die Zufahrt. Die ließen sich das aber nicht gefallen und als sie versuchten, die Blockade zu brechen, kam es zu einer Schlägerei, bei der die Angreifer sogar mit heißem Wasser übergossen wurden. Dennoch gelang es ihnen, die Blockade zu brechen.

Nachspiel

Der Schriftsteller Johan Bojers berichtete in seinem Buch „Den siste viking“ („Der letzte Wiking“) über die stattgefundene „Schlacht“, die ein politisches Nachspiel bekam. Wenig später wurde das sogenannte „Lofoten-Gesetz“ erlassen, in dem festgelegt wurde, was an Fischereigeräten wo eingesetzt werden durfte.

Fahrt in den Trollfjord

Die Schiffe der Hurtigrute fahren, von Norden oder Süden kommend, den Trollfjord an, jedoch nicht bei Dunkelheit oder Lawinengefahr. Viele fahren auf dem Abschnitt Stokmarknes – Svolvær mit, um die Fahrt durch den Raftsund zum Trollfjord mitzubekommen. Natürlich gibt es auch organisierte Touren, die von den Inselgruppen Lofoten und Vesterålen ausgehen.

Der Raftsund

Der Trollfjord geht vom Raftsund ab, der zwischen den Inseln Austvågøya und Hinnøya verläuft. Hier ducken sich kleine Siedlungen, zu den z. T. keine Straßen führen, unter dem 1000 m hohen Felsmassiv. Hierbei handelt es sich um einen der eindrucksvollsten Abschnitte der gesamten Hurtigruten. Er ist allemal einen Abstecher wert, wobei es im Sommer von Svolvær nach Stokmarknes und ganzjährig von Stokmarknes nach Svolvær geht.

Mehr lesen

Der Trollfjord ist teil der Inselgruppe Vesterålen, und auf dem Website des Fremdenverkehrsamts Vesterålens erfahren Sie mehr über diese Inselgruppe. Auch Lofoten ist gleich um die Ecke, und hier können Sie sich darüber informieren.