Nordnorwegen ist einfach schön –so schön, dass man beinahe von der Straße abkommen könnte. Genau das sollten Sie aber tunlichst vermeiden, weshalb wir hier einige Empfehlungen für eine sichere und zugleich genussreiche Sommertour zusammengestellt haben.

Viel Verkehr in der hellsten Jahreszeit

Ganz Nordnorwegen ist im Sommer auf Achse: Zu den Linienbussen, Lkws, Berufs- und Wirtschaftsverkehr gesellen sich Touristen, urlaubende Einheimische und die zahlreichen Gäste der beliebten Festivals. Dieser saisonale Freizeitverkehr verändert das gewohnte Verkehrsgeschehen auf den Straßen und ist zuweilen auch Ursache für eine erhöhte Unfallgefahr. www.nordnorge.com unterhielt sich daher mit Remi Johansen von der Polizeidirektion Nordland, um Hintergründe und hilfreiche Tipps für Freizeitfahrten zu erfahren.

Schmale, kurvenreiche Straßen

Die größten Probleme entstehen keineswegs auf der Durchfahrtsachse E6, sondern auf den kleinen Straßen an der atemberaubend schönen Atlantikküste: etwa in Helgeland auf der Küstenpanoramastraße, auf den Lofoten, den Vesterålen und der Atlantikseite von Senja. Hier sind die Straßen schmal, kurvenreich und unübersichtlich und hinter jeder Kurve tauchen neue faszinierende Panoramen auf, die alle ein Foto wert sind. Auf einigen Strecken ist in den schönsten Sommerwochen drei- bis viermal so viel Verkehr wie üblich unterwegs, weshalb auch das Unfallrisiko deutlich ansteigt.

Nicht so schnell fahren – und überholen lassen

Wer eher gerade, gut ausgebaute Straßen gewohnt ist, dem könnte auf nordnorwegischen Küstenstraßen etwas mulmig werden. Dann sollte man ruhig etwas langsamer fahren, denn in Johansens Augen ist dies besser als gar nicht anzukommen. Dabei sollte man jedoch auch auf die Fahrzeuge hinter sich Rücksicht nehmen, indem man an Begegnungsstellen und Abzweigungen anhält, um eilige Verkehrsteilnehmer vorbei zu lassen.

Einheimische auf zügiges Vorankommen angewiesen

Die einheimischen Pkw- und Lkw-Fahrer kennen die Straßenverhältnisse gut und fahren daher hart an der Geschwindigkeitsgrenze. Müssen sie lange hinter Touristen „herschleichen“, ohne vorbeigelassen zu werden, kann sich die Ungeduld derart aufstauen, dass die Risikobereitschaft beim Überholen erheblich steigt. Die Polizei hat schon Rückmeldungen von Lastzügen mit Fisch erhalten, die auf trockenem, sommerlichem Asphalt für die Strecke über die Lofoten länger benötigen als auf glatten Winterstraßen. Dies sorgt auf Dauer für gereizte Stimmung unter den Berufsfahrern.

Verkehrssichere Fotostopps

Die genannten Straßen bieten zugegebenermaßen unendlich viele Fotomotive. Trotzdem sollte man sich gut überlegen, wo man anhält –und sorgfältig nach links und rechts sehen, bevor man mit der Kamera über die Straße springt.

Immer mehr Radfahrer

Auch Radfahrer entdecken zunehmend die Schönheit der Küstenstraßen. Johansen empfiehlt diesen ungeschützten Verkehrsteilnehmern wärmstens, auf der Fahrt durch Tunnels das Licht anzuschalten und eine Warnweste überzustreifen. Autofahrer müssen natürlich auf Radfahrer Rücksicht nehmen, aber dies gilt ebenso umgekehrt. Vor allem im Sommer, wenn der Autoverkehr stark zunimmt, müssen Radfahrer am rechten Straßenrand fahren.

Nähere Informationen

  • Straßeninformationen gibt es auf der Homepage des norwegischen Straßen- und Verkehrsamtes (Statens Vegvesen)
  • Bei Verkehrsunfällen wählt man die Notrufnummer 112 der Polizei