Narvik inmitten einer grandiosen Fjord- und Bergwelt ist als Wintersportort ohnegleichen. Je nachdem, welche Zeit des Winters man wählt, fährt man im schimmernden Blau der Polarnacht, in dem sich das Nordlicht in Szene setzt, oder im strahlenden Sonnenschein des hellen Spätwinters.

Oberhalb der Stadt

Das Skigebiet Narvikfjell ist die größte Alpinanlage Nordnorwegens: Hier erwartet Sie ein Eldorado von traumhaften Pisten in allen Schwierigkeitsstufen –zudem bietet das Narvikfjell bei 900 Metern Höhenunterschied die höchste Abfahrt Skandinaviens! Vierzig Fahrminuten weiter östlich, gleich hinter der Landesgrenze, schließen sich Riksgränsen und Björkliden an, zwei der beliebtesten Skigebiete Schwedens, die wiederum mit völlig andersartigen Alpinerlebnissen aufwarten.

Licht und Dunkelheit

Die Lichtverhältnisse nördlich des Polarkreises bestimmen den Rhythmus der Skisaison. In der Polarnacht im Dezember und in der ersten Januarhälfte machen sich viele Skifahrer im Dunkeln auf, um von oben auf das Lichtermeer der Stadt zu blicken, das sich im Fjord widerspiegelt, mit der weit über den Fjord gespannten Hålogalandbrücke rechter Hand – oder um dem Himmel nahe zu sein, wenn das Nordlicht seinen Auftritt hat. Um die Mittagszeit lassen die zarten Rosatöne am Südhimmel nicht nur Romantiker ins Schwärmen geraten. Der Spätwinter hingegen bietet das Kontrastprogramm: bis weit in den April hinein dauert die Saison bei strahlender Sonne mit langen, in faszinierendes Orange getauchten Abenden, während andernorts die weiße Pracht längst dahingeschmolzen ist.

Off-Piste

Wenn Sonne und Licht zurückgekehrt sind, nutzen Freerider die Skilifte des Narvikfjells gerne als Vehikel, um auf tausend Höhenmetern starten und sich tief ins Gebirge zu den faszinierenden, abgelegenen Tiefschneeabfahrten vorarbeiten zu können. Diese Gebiete liegen natürlich außerhalb der Skianlage, weshalb man auf eigenes Risiko fährt und sich als Ortsunkundiger nur mit einem erfahrenen Skiführer bewegen sollte.

Saison bis Ende April

Beim ersten brauchbaren Herbstschnee im November/Dezember wird zunächst der „Førstebakken“ geöffnet – die unterste „erste Piste“. Bei weiteren Schneefällen folgt der „Andrebakken“, die zweite Piste, die am Berggasthof Fjellheisrestauranten beginnt. Die Gesamtanlage wird schließlich am 17. Februar in Betrieb genommen, wenn die Sonne zurückgekehrt ist und meterhoher, sicherer Schnee liegt. Ab da ist immer noch genügend Zeit zum Skifahren: die Saison dauert bis zum 30. April! Schnee-Süchtige fahren sogar noch Ende Mai bei Mitternachtssonne – müssen den Aufstieg dann allerdings per pedes absolvieren.

Umfangreiches Netz an Pisten

Die der Stadt zugewandte Seite des Narvikfjells ist von einem vielfältigen Netz unterschiedlicher Pisten durchzogen – von leichten, familienfreundlichen Hängen bis hin zu den schwarzen Abfahrten für erfahrene Alpinisten. Wer die Gondelbahn zur Fjellheishütte auf 656 Metern nimmt, hat die größte Auswahl: Von hier aus schlängelt sich eine leichte, grün markierte Piste in großen Serpentinen ins Tal und einige Meter weiter laden blaue und rote Routen geübtere Skifahrer ein, während die beiden halsbrecherischen, schwarzen Pisten absolut sicheres Können erfordern. Mit dem Skilift gelangt man noch weiter hinauf – auf den Linken auf 1003 Metern, von wo aus eine rote Piste bis ganz hinunter zur Talstation führt.  

Après-Ski mit den Einheimischen

Die 18.000 Einwohner der Stadt Narvik leben zu großen Teilen von der Verschiffung schwedischen Eisenerzes und vom Technologie- und Bildungssektor, während der Skitourismus wirtschaftlich gesehen eher eine untergeordnete Rolle spielt. Deshalb erlebt man abends im Restaurant und an der Bar eine authentische Atmosphäre unter Einheimischen –weitab vom klischeehaften Hüttenzauber vieler Skizentren.

Narvik  

Narvik ist eine kompakte, lebhafte Stadt am Ofotfjord, die von hohen Bergen umgeben ist. Ihr Name wird vielfach auch mit den dramatischen Geschehnissen des 2. Weltkrieges verbunden, die im Kriegsmuseum Narvik eindrucksvoll vermittelt werden. Auch das Museum Nord bietet interessante Einblicke in die Stadtgeschichte. Die 1903 eröffnete Ofotbahn zur schwedischen Grenze, eine der schönsten Eisenbahnstrecken des Landes und zugleich eine technische Meisterleistung, bietet sich für einen Ausflug in das eindrucksvolle Hinterland an.

Anreise

Wer mit dem Flugzeug anreist, nutzt den Flughafen Harstad/Narvik Lufthavn Evenes. Von hier aus fährt man mit dem Bus eine gute Stunde, die sich 2018 nach Freigabe der im Bau befindlichen Hålogalandbrücke auf 40 Minuten verringern wird. Narvik ist zudem Endstation der Ofotbahn, die mit dem schwedischen Eisenbahnnetz verknüpft ist –die Reise nach Stockholm dauert 19 Stunden. Viele Reisende fliegen auch Kiruna in Nordschweden an und nehmen anschließend den Zug über die Grenze. Auf dieser Route kann man die schwedischen Skigebiete Riksgränsen und Björkliden einbeziehen und dem berühmten Eishotel Jukkasjärvi einen Besuch abstatten.

Nähere Informationen

  • Die Alpinanlage Narvikfjellet hat eine eigene Homepage mit aktuellen Informationen über die Pistenverhältnisse.
  • Der Tourismusverband Visit Narvik bietet eine breite Palette an Reiseinformationen über die Region Narvik.