Mit Einzug der Herbst-Dunkelheit beginnt Aurora zunächst zaghaft, sich wieder in Erinnerung zu rufen. Ab der Tag- und Nachtgleiche bestehen bereits optimale Chancen, einer Vorstellung beizuwohnen. Milde Herbstnächte eignen sich deshalb ebenso gut wie kalte Winternächte, um auf Nordlichtjagd zu gehen.

Nordlicht im Herbst?

Viele glauben, ein Nordlicht könne man nur in der dunklen, kalten Polarnacht mitten im Winter erleben. Die Nacht ist jedoch schon ab der Tag-und-Nachtgleiche länger als der Tag, weshalb die Chancen im Herbst ebenso gut sind wie mitten im Winter –dann herrschen auch häufig noch milde, angenehme Temperaturen. Dass man Kälte ertragen muss, um ein Nordlicht sehen zu dürfen, ist ein Mythos, denn nicht das Wetter bestimmt das Nordlicht, sondern allein die Tageslänge.

Nordlicht am Sonnenuntergangshimmel

Mitte August ist die Nacht um Mitternacht herum schon wieder dunkelblau, so dass das Nordlicht Spielraum erhält. Wenn die Sonne im Nordwesten untergeht und der Nordlichtbogen sich von Südwest nach Nordost zieht, können seidenleichte, zartgrüne Schleier über den rosa und orange gehaltenen Farben des Sonnenuntergangshimmels aufflackern. Dies ist der entscheidende Augenblick für erfahrene Nordlichtfotografen.

Die Nordlichtsaison „reift“

Nordlicht-„Anfänger“ sollten vielleicht noch einige Wochen warten, bis die Nächte länger werden. Ab der Tag-und-Nachtgleiche am 21. September hat man jedoch bereits optimale Chancen, da es ab etwa 19 Uhr dunkel ist. Aurora kommt zu dieser Zeit zwischen 23 Uhr und Mitternacht auf Hochtouren.

Milde Herbstnächte mit Aurora

 „Es muss kalt sein, um das Nordlicht sehen zu können“, heißt es oft. Das ist jedoch glatter Unsinn, denn das Nordlicht agiert unabhängig vom Wetter. Kalte Nächte sind zwar oft auch klare Nächte, im Herbst können jedoch milde Winde aus der russischen Steppe selbst Ende September noch für 10 Grad plus und gute Sichtbedingungen sorgen.

14 Tage nach der ersten Frostnacht

Die milden, sonnigen und farbenprächtigen Herbsttage enden oft mit einem Nachtfrost. Dann kann man mit Mütze und Handschuhen ausgestattet einen langen Spaziergang in den Nordwesten der Bebauung unternehmen und bis außerhalb des Einflussbereichs der Stadtbeleuchtung wandern. Auch wenn gefrorene Pfützen unter den Schuhen knirschen – die Bewegung und die Vorfreude auf das Ereignis halten gut warm.

Nordlichtjagd bei Herbstregen

Es ist kein Geheimnis, dass der Herbst auch ziemlich nass sein kann. Wenn Regenschauer die Küste heimsuchen, sollten Nordlichtbegeisterte die trockenen, wüstenhaften Nischen im Regenschatten der Berge aufsuchen. Auch die äußeren Ausläufer der Küste können wolkenfrei sein, wenn die Regenwolken an den Gebirgsstöcken hängen. Bei Regen benötigt man einfach ein wenig Mobilität. Ab September werden vielerorts im Norden Nordlichtjagden veranstaltet, denen man sich anschließen kann.

Den nordnorwegischen Alltag erleben

Der Herbst hat keine Feiertage und ist daher für die Nordnorweger typischer Alltag. Nun füllen sich an den immer dunkler werdenden Abenden die Cafés der Stadt, es wird frisches Lamm in den Restaurants serviert und Festivals und Konzerte ziehen ein lokales Publikum an. Auch bei der Nordlichtwanderung wird man vielen Einheimischen begegnen – denn sie sind genauso fasziniert von diesem Himmelsphänomen wie ihre Gäste.

Nähere Informationen

  • Nähere Erläuterungen zur Entstehung des Nordlichts gibt es hier.
  • Verschiedene Arten auf Nordlichtjagd zu gehen findet man hier.