Obwohl Nordnorwegen dünn besiedelt ist, weit im Norden liegt und sehr unterschiedliche Wetterbedingungen aufweist, ist ein Besuch dieses Landesteils in aller Regel sicher. Dennoch gibt es eine Reihe von Dingen, die man beachten sollte. Wir haben für alle Eventualitäten des Winteraufenthalts einige Empfehlungen zusammengetragen.

Für Urlauber in der Regel völlig sicher

Die meisten Touristen bewegen sich im Bereich der Siedlungsgebiete und begeben sich nur im Rahmen organisierter Touren in die Wildnis, häufig mit geliehener Kleidung. Das größte Risiko besteht für diese Gruppe darin, auf vereister Straße auszurutschen. Dem begegnet man am besten, indem man einen Gleitschutz an den Schuhen anbringt. Entsprechende Produkte, die den Wohlfühlfaktor auf Entdeckungstour wirklich erheblich steigern, gibt es überall zu kaufen.

Auto fahren

Autofahren im Winter ist überraschend einfach. Mietwagen sind mit Spikereifen oder guten Winterreifen ausgerüstet. Es ist nur mit sehr wenig Verkehr zu rechnen und die Straßen sind in der Regel gut geräumt und gestreut. Allerdings können relativ rasch Sturm und Unwetter aufziehen, weshalb man am besten genügend Zeit einplant, um problemlos auf besseres Wetter warten zu können. Im Fahrzeug sollten sich immer ein Extra-Proviantpaket und gute Kleidung befinden –siehe auch das Kapitel über Sturm und Unwetter.

Auf Skiern

Viele träumen von langen Skitouren im Frühjahr über weiße, unberührte Landschaft, etwa im Saltfjellet, in Indre Troms und auf der Hochfläche der Finnmark. Schlechtes Wetter, schlechte Ausrüstung und Lawinen fordern jedoch immer wieder Menschenleben. Daher sollte man etwas Erfahrung mitbringen und die Ausrüstung vor der Tour auf Funktionsmängel überprüfen. Der norwegische Wanderverein informiert diesbezüglich ausführlich auf seinen Internetseiten:

Wer sich seinen Skitraum erfüllen möchte, jedoch nicht genügend Ausrüstung und Erfahrung hat, kann eventuell auf Tagestouren auf gespurten Loipen ausweichen. Hier besteht keine Lawinengefahr und es befinden sich immer Menschen in der Nähe, die helfen können.

Off-Piste, Tourenski, Freeriding

Jeder Freerider träumt davon, sich über tausend Meter hohe Steilhänge ins Tal zu stürzen. In den nordnorwegischen Bergen gab es allerdings in den vergangenen Jahren mehrere tödliche Unfälle, betroffen waren sowohl Einheimische als auch Touristen. Fantastische, mit Pulverschnee gefüllte Rinnen und kreideweiße Steilhänge können nach mildem Wetter plötzlich in Bewegung geraten. Die Internetseite www.varsom.no bietet detaillierte Informationen über die Schneeverhältnisse. Diese Mitteilungen verstehen und deuten zu können, erfordert jedoch etwas Erfahrung hinsichtlich der spezifischen Bedingungen im Gebirge. Daher fordern wir alle weniger sicheren Skifahrer auf, sich organisierten, geführten Touren anzuschließen –und auf keinen Fall auf eigene Faust loszuziehen!

Sturm und Unwetter

Alle Jahre wieder werden im Winter Extremwetterwarnungen herausgegeben. Dann treffen Sturmtiefs, die so stark sind, dass sie einen eigenen Namen erhalten, mit voller Wucht auf das norwegische Festland. Die Bergpässe werden geschlossen, die Fluggesellschaft Widerøe stellt den Flugbetrieb der Küstenflugplätze ein und die Schiffe der Hurtigruta bleiben sicher im Hafen vertäut. Manchmal fällt sogar der Strom aus. Bei derartigem Ausnahmezustand heißt es Aktivitäten umzuplanen, Reiserouten zu ändern oder schlicht und ergreifend zuhause zu bleiben. So reagieren zumindest die Einheimischen – denn Schaden macht klug!

  • www.yr.no informiert über das Wetter.
  • Straßensperrungen kann man über den norwegischen Straßenverkehrsdienst Veimeldingssentralen abrufen. Leider nur Norwegisch.
  • Unterkünfte, Tankstellen und öffentliche Verkehrsmittel halten sich in der Regel auf dem Laufenden und sind daher ebenfalls gute Informationsquellen.

Angeln im Meer

Beim Angeln im Meer können vor allem im Winter schlechtes Wetter und mangelnde Bootserfahrung zu Risiken führen.

  • Rettungswesten sind selbstverständlich obligatorisch. Hier sehen Sie, warum:
  • Das norwegische Seefahrtsdirektorat (Sjøfartsdirektoratet) hat eine Broschüre herausgegeben (in englischer Sprache) zur Sicherheit für Angeltouristen:

Sonstiges

  • Auf Spitzbergen sind Eisbären eine beständige Gefahr. Wenn man kein Gewehr hat oder nicht schießen kann, darf man Longyearbyen niemals verlassen. Alternativ kann man sich organisierten Touren anschließen. Auf dem gesamten nordnorwegischen Festland allerdings gibt es keinerlei Tiere, die eine nennenswerte reelle Gefahr darstellen.
  • Eis auf Fjorden, Seen und Flüssen ist unsicher, vor allem im Herbst, wenn sich die Eisdecke erst bildet und im Frühjahr, wenn es zu tauen beginnt. Hier gibt es wenige Richtlinien und Hilfsmittel, die Einheimischen haben jedoch in der Regel ein gutes Gespür für die aktuellen Verhältnisse.  
  • Beim Aufenthalt im Freien kann Unterkühlung zum Problem werden. Informieren Sie sich in unserem Kapitel über die richtige Kleidung im Winter.