Der ertragreichste Dorschfang der Welt findet jeden Winter auf den Lofoten statt. Seit fast 1000 Jahren wird von hier aus Stockfisch nach Europa ausgeführt.

Der Golfstrom

Wenn das warme Wasser des Golfstroms um das Inselreich der Lofoten einfließt, entsteht genau die richtige Temperatur, die der norwegisch-arktische Dorsch zum Laichen braucht. Der Großdorsch schwimmt nun im dunkelsten Winter von der Barentssee herab und nimmt unterwegs den Namen Skrei (Kabeljau) an. Noch vor Weihnachten erreicht er die Küste der Westfinnmark und von Troms, und einmal im Januar ist er unten auf den Lofoten. Einige laichen ganz unten in Trøndelag und Møre, doch spielt sich der Großteil des Laichens auf der Strecke Røst-Lødingen auf der Innenseite der Lofoten ab.

Stockfisch

Der Fisch wird aufbewahrt, indem man ihn an großen Gerüsten trocknet. Er muss weder gepökelt noch geräuchert werden, weil die Wintertemperaturen auf den Lofoten weit unter dem Gefrierpunkt liegen. Dadurch erfriert der Fisch weder, noch verfault er. Im Zeitraum zwischen Spätwinter und Frühsommer trocknet der Fisch in Sonne und Wind komplett aus und lässt sich dann leicht transportieren. Die wichtigsten Nährstoffe bleiben dabei erhalten.

Fischhandel

Schon im frühen 12. Jahrhundert begann der Handel mit dem Stockfisch zwischen den Lofoten und Europa. Im Sommer beförderten Rahsegelfrachter, große Frachtfahrzeuge, den Stockfisch nach Bergen. Dort wurde er von den deutschen Hansekaufmännern entgegengenommen, die den Fisch an die Bürger der blühenden Großstädte Nordeuropas weiterverkauften. Gläubige Katholiken essen freitags Fisch, auch ist Dorsch reich an sättigendem Eiweiß.

Kabeljaukonjunkturen

Im 14. und 15. Jahrhundert konnten die Lofotenfischer gute Preise sichern. Als im 16. Jahrhundert die Konkurrenz zu- und die Nachfrage abnahm, brachen entlang der Küste schlechtere Zeiten an. Im 19. Jahrhundert stieg die Nachfrage wieder an, und die Küste erlebte einen Aufschwung, der bis auf einige Unterbrechungen bis heute anhält. Vom 19. Jahrhundert bis etwa 1940 machte der Lofotenfischfang für die meisten Fischer in Nordnorwegen den Hauptteil der Einnahmen aus. Heutzutage wird der größte Teil des Stockfischs nach Italien exportiert, während per Luftfracht transportierbarer Frischfisch an Edelrestaurants in ganz Europa verkauft wird.

Fischer von der ganzen Küste

Der Lofotenfischfang ging von Trøndelag bis weiter in den Norden in den Jahresrhythmus des Küstenvolks ein. Nach Weihnachten wurde die Lofotenkiste mit getrockneten Lebensmitteln, warmer Kleidung und einem Gesangbuch gepackt, und die Mannschaften auf ihren Fischerbooten zogen in Richtung Lofoten. Von Januar bis März oder April – je nachdem, wie erfolgreich der Fischfang war – befanden sie sich fern ihrer Heimatorte.

Fischerhütten und Märkte

Während ihres Lofotenaufenthalts lebten die Fischer in Fischerhütten, einfachen Häusern, in denen sich die ganze Bootsmannschaft einen Raum zum Schlafen teilte. Neukonfirmierte Jungen im Alter von 14 Jahren traten zu ihrer ersten Ausfahrt an. Auch Tauschhändler, Fotografen, Branntweinhändler, Karussellbesitzer, Zauberkünstler und „weniger zuverlässige Frauenzimmer“ suchten während dieser Zeiten die Fischerdörfer der Lofoten auf, für den Fall, dass ein Fischer sich vielleicht etwas extra hinzuverdient hätte.

Der Lofotenfischfang heute

Während vor 100 Jahren rund 30 000 Fischer am Lofotenfischfang beteiligt waren, liegt ihre Zahl heute nur noch bei etwa 2000. Oftmals wohnen die Fischer auf ihren Booten, so dass die Fischerhütten jetzt den Touristen zur Verfügung stehen. Auch finden in weniger Fischerdörfern Landüberführungen von Fisch statt. Die Wintermonate sind hier jedoch auch heute noch sehr geschäftig. Das etwas ungeregelte Marktleben wird durch einen reichhaltigen Kulturkalender mit einem Kammermusikfestival und einer WM im Kabeljaufang sowie durch das Skifestival Lofoten Freeride ausgeglichen.

Besuch während der Zeit des Lofotenfischfangs

Voll beladene Fischerboote unter Möwenschwärmen, kleine Jungs, die die Zungen aus den Dorschköpfen herausschneiden, und Männer, die den Fisch an die Gerüste hängen, veranschaulichen das Bild eines typischen Wintertags auf den Lofoten. Zieht man in Betracht, auf welchem Breitengrad wir uns befinden, sind die Wintertemperaturen auf den Lofoten sehr behaglich. Man kann sich also gut am Kai aufhalten und das Treiben studieren.

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