6500 Inseln, alte Küstenarchitektur, Daunendörfer, ein reiches Vogelleben und eine spannende Geschichte – die Bootstouren zum Gebiet des Weltkulturerbes der Vegainseln sind ein Tiefblick in die nordnorwegische Kulturgeschichte und der besonderen Küstennatur.

Weltkulturerbe Vega-Archipel

Die besondere Natur und die vielen Inseln nördlich und westlich der Hauptinsel Vega sind eine uralte Kulturlandschaft, in der die Menschen abhängig von den Fischressourcen des Meeres, mit dem Jahreszyklus der Eiderenten und den Weidemöglichkeiten der Wildschafe und Nordlandskühe leben. Dies ist die Ursache für die Aufnahme des Gebietes in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

6500 Inseln

Den hießigen Landschaftstyp nennt man Strandfläche: eine Vielzahl flacher Inseln, Holme und Schären, mit Sand- und Steinstränden, ruhigen Buchten und dazwischenliegenden Poller und Sunden. Wald wächst nur an windstillen Orten im Schutze leichter Hügel. Das Gras aber erstreckt sich üppig und grün bis hinunter ans Meer, dank dem Dünger der Eiderenten, Heringsmöwen und Weiswangengänse auf ihrem Frühjahrszug.

Fische, Landwirtschaft und Brutplätze

Bis vor 100 Jahren lebten die meisten Vegabewohner auf den kleinen Inseln. Die Männer gingen fischen und auf den kleinen Inseln waren sie den Fischbänken sehr nahe. Die Landwirtschaft war hauptsächlich Frauensache, obwohl die Männer beim Heumachen halfen. Nordlandkühe müssen gut schwimmen können, um zu den Holmen zu kommen, auf denen sie weiden. Das Besondere auf dem Vega-Archipel aber sind die Brutplätze der Eiderenten und das Sammeln ihrer Daunen.

Alte Behausungen

Alte Häuser, Ställe, Stege und Eiderentenhäuschen wurden in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hinterlassen. Deshalb gibt es kaum standardisierte Häuser aus den 50er- und 60er-Jahren, sondern hauptsächlich Küstenarchitektur in verschiedenem Verfalls- bzw. Restaurierungsgrad. In zentraleren Orten wurde viel abgerissen und modernisiert, während die Gebäude draußen auf dem Vega- Archipel in Ruhe altern durften.

Bootsprogramm

Im Sommer werden Katamarantouren veranstaltet.  Es ist meist genügend Platz im Boot, trotzdem empfehlen wir, vorher zu reservieren. An Bord befindet sich auch ein Guide, der Norwegisch und Englisch spricht. Draußen auf den Inseln können sie sich mit Ihren Fragen an die Lokalbevölkerung wenden. Das Programm ändert sich von Jahr zu Jahr, aber das Fremdenverkehrsamt Vegas informiert auf seinem Website darüber. (auf Englisch).  Buchung findet auf dem Website von Kystriksveien statt. 

Lånan

Lånan ist ein Dorf, welches aus mehreren kleinen Inseln und Brücken besteht. Wenn das Boot kommt, werden die Gäste von einer kleinen Gruppe der Sommerbewohner willkommen geheißen. Auf einer Wanderung über die Holme werden Geschichte und Geschichten erzählt, aus der Zeit, als Lånan noch Zentrum des Inselreichs war, und aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, als die Menschen hier aktiv in der Widerstandsbewegung waren. Lokales Essen und Kaffee gehört selbstverständlich dazu. 

Nach Emårsøy und Skogsholmen

Auf Emårsøy (von emår = Heringsmöwe) steht ein kleiner, alter Hof mit Stall, Brunnen und Haupthaus. Er gehört Gisle und Turid. Bei Ankunft des Bootes singt Gisle lustige Groschenlieder von Vega (der Sprachkundige sollte auf den Text hören!) und erzählt über das Leben auf der Insel. Das Haus war fast verfallen, als Turid und Gisle es übernahmen und die imponierende Restaurierung durchführten. Skogsholmen ist eine etwas größere Insel. Hier wurde 1940 ein Internat gebaut, das bis 1973 betrieben wurde. Heute gibt es dort keinen festen Wohnsitz, in den Sommermonaten aber ist viel Leben in den alten Gebäuden, sowohl Feriengäste als auch Nachkommen der Inselbewohner wohnen dann hier.

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Über Vegas Weltkulturerbe finden Sie Informationen auf www.verdensarvvega.no. Die Inselgruppe Lånan hat ihr eigenes Website, www.laanan.no. Das Fremdenverkehrsbüro auf Vega hat alle praktischen Informationen auf der Seite www.visitvega.no festgehalten. Helgeland Reiselivs Seite www.visithelgeland.com bietet Informationen über Vega und das restliche Helgeland, während man auf www.nordnorge.com etwas über ganz Nordnorwegen erfährt – je nach Bedarf!