Mit der Seilbahn – dem „Fjellheisen“ – gelangt man bequem auf den 421 Meter hohen Storsteinen. Oben eröffnet sich eines der am meisten fotografierten Panoramen Norwegens – Tromsø und die umliegende Berg- und Küstenlandschaft.

Hausberg Storsteinen

Tromsø liegt uns zu Füßen. Von 421 Metern Höhe blicken wir auf die bewaldete Insel Tromsøya hinab, auf das Festland direkt unter uns und die Insel Kvaløya weiter hinten. Markante Gebäude wie die Eismeerkathedrale und das alte Gymnasium von Tromsø stechen hervor, ebenso die Bögen der Tromsø- und der Sandnessundbrücke. Am meisten beeindruckt jedoch das Bergpanorama. Direkt gegenüber liegen die alpinen Gipfel der Kvaløya, eine zerklüftete, etwa 1000 Meter hohe Bergkette. Im Südwesten erhebt sich der Bentsjordtindan über 1100 Meter über der Malangshalbinsel. Im Norden sieht man einige der ältesten Berge Norwegens, die etwa 1000 Meter hohen Gipfel auf der Insel Ringvassøya. Um den König der Berge zu sehen, den 1238 Meter hohen Tromsdalstind, muss man sich um 180 Grad drehen. Ebenso beeindruckend sind die Wasserwege und -flächen zwischen den Inseln und Halbinseln. Die Aussicht vom Storsteinen wurde zum Klassiker, der in zahlreichen Touristenbroschüren über Norwegen abgebildet ist.

Bei Mitternachtssonne hoch über Tromsø

Ein unvergessliches Erlebnis ist der Storsteinen bei Mitternachtssonne. Von etwa 20. Mai bis 24. Juli ist sie von dort oben über den Gipfeln der Ringvassøya zu sehen. Im Norden glitzert das Meer, während sich die Berge schwarz gegen den Himmel abzeichnen. Weit unten spielt das goldene Licht mit den langen Schatten der Tromsinsel und verleiht den verbliebenen Schneefeldern im Gebirge einen sanftgelben Ton. Touristen und Einheimische bevölkern die Aussichtsplattform und niemand verschwendet einen Gedanken daran, zu Bett zu gehen, denn die Mitternachtssonne ist ein magischer Augenblick, den man keinesfalls verschlafen darf.

Dem Nordlicht aufgelauert

Auf das Nordlicht muss man in der Regel geduldig warten. Hierfür eignet sich hervorragend Fjellstua, der Gasthof an der Bergstation. Am besten hält man die Kamera schon auf dem Stativ montiert bereit – und natürlich ausreichend warme Kleidung. Während das Feuer im Kamin knistert, mit einer heißen Tasse Kaffe in der Hand, sitzt man behaglich am Fenster, genießt das Lichtermeer Tromsø und beobachtet zugleich den Nordwesthimmel. Da blitzt plötzlich ein grüner Strahl auf – hastig wirft man die Jacke über und stürzt hinaus. Vielleicht hat Aurora nur geblufft, doch ebenso gut kann es sein, dass sie den Himmel im nächsten Augenblick mit einem flackernden grünen Band überzieht.

Bergstation Fjellstua

Die Seilbahn wurde 1961 in Betrieb genommen, die Maschinen- und Seiltechnik wurde jedoch bereits komplett ausgetauscht. Seit 2015 bietet sie neue, größere Kabinen. Die Bergstation, Fjellstua, stammt von 1992, da ein Feuer 1979 das ehemalige Gebäude zerstörte. In der Fjellstua werden warme Gerichte, belegte Brote sowie Kaffee und Waffeln serviert. Von der großen Plattform vor dem Berggasthof eröffnet sich ein fantastischer Blick auf Tromsø.

Botanisches Kuriosum

Fløya, zu dem der Storsteinen gehört, ist bekannt als Berg der Pflanzen. Der kalkreiche Untergrund bietet Wachstumsbedingungen, die nicht an vielen Orten vorzufinden sind. Unter den Seltenheiten trifft man Viola rupestris relicta an, ein spezielles Sand-Veilchen, Arenaria norvegica, ein Sandkraut und die Hungerblümchen-Art Draba crassifolia.  

Wandern

Von der Bergstation Fjellstua führen mehrere Wanderwege ins Gebirge. Ein sanfter Anstieg gefolgt von einer steilen Passage führt zum Gipfel Fløya auf 642 Metern. Von hier aus lässt es sich herrlich über die sanft gewellte Heidelandschaft bis zum Bønntua auf 776 Metern streifen. Je länger man ins Gebirge vorstößt, desto deutlicher tritt links der Tromsdalstinden hervor. Schließlich geht es auf der Rückseite des Berges wieder hinunter und man stößt auf einen Karrenweg, der zum See Pikevatnet führt und sich anschließend zum Tromsdaler Birkenwald hinab schlängelt. Die Tour dauert insgesamt 3-4 Stunden und verläuft über weichen, bewachsenen Untergrund durch hoch gelegenes, freies Gelände mit weitem Blick. Im Winter eignet sich Fløya hervorragend für Skitouren – über sanfte Hügel und herrliche Abfahrten stößt man weit in die weiße Vidda vor.

Per Pedes auf den Berg

Vom Stadtteil Tromsdalen gibt es mehrere Möglichkeiten, den Storsteinen zu Fuß zu besteigen. Man kann entweder direkt unter der Seilbahn laufen, was jedoch sehr steil ist, teilweise muss man die Hände hinzunehmen. Vom Fløyveien aus geht es etwas sanfter, aber immer noch relativ steil bergauf. Wer es etwas gemächlicher vorzieht, sollte in einer Schleife nach Süden gehen und gelangt so auf einem markierten Pfad über viele flache und nur wenige steile Abschnitte nach oben. Die Wanderung dauert eine Stunde.

Fahrt mit dem Fjellheisen

Der Fjellheisen ist das ganze Jahr über in Betrieb, die Öffnungszeiten sind abhängig von der Jahreszeit etwas unterschiedlich. Bei Mitternachtssonne fährt die letzte Bahn um 1 Uhr nachts. Der Fjellheisen liegt 30 Gehminuten vom Stadtzentrum von Tromsø entfernt, außerdem fahren zahlreiche Busse zur Talstation. Im Sommer gehört es zu den Klassikern, abends in der Eismeerkathedrale ins Konzert zu gehen, anschließend zur Talstation des Fjellheisen zu spazieren und hinaufzufahren, um von oben die Landschaft bei Mitternachtssonne zu genießen.  

Mehr lesen

  • Fjellheisen, die Seilbahn Tromsøs, hat ihr eigenes Website mit mehr Information so wie Menüs im Restaurant (Norwegisch/Englisch)
  • Visit Tromsø, das städtische Fremdenverkehrsamt, informiert über Tromsø auf seinen Seiten.