Sommerurlaub in Norwegen ist im Wesentlichen eine sichere Angelegenheit, sofern man für warme Kleidung und gute Schuhe sorgt, nicht alleine auf den Gletscher geht und die Wettervorhersage studiert, bevor man sich zum Angeln auf das Meer wagt. In Spitzbergen allerdings können Leichtsinnige im Magen eines Eisbären landen.

Unterkühlung

Schwere Unterkühlung (Hypothermie) kommt im Sommer ebenso vor wie im Winter. Meist friert man im Sommer sogar mehr als im Winter, weil man die Temperaturen oft falsch einschätzt. Ein Ausflug nur in Shorts und T-Shirt etwa ist selbst im Hochsommer recht optimistisch. Bei einer Bergtour schwitzt man bergauf und wenn dann eine Pause fällig ist, wird es in der feuchten Kleidung schnell recht kühl –dann sollte man wenigstens das T-Shirt wechseln können und am besten noch einen Pullover in der Hinterhand haben. Extrakleidung ist auch für den Notfall erforderlich: etwa wenn man sich verletzt und auf den Rettungsdienst warten muss. Für Wasserausflüge ist zu bedenken, dass es auf dem Meer immer kühler ist als an Land.

Auf einer Bootstour und im Gebirge sollte daher ein Rucksack mit zusätzlicher Kleidung nicht fehlen – am besten aus Wolle. Wir empfehlen Folgendes:

  • Wollunterhemd und lange Wollunterhose
  • Mütze, Handschuhe und Schal
  • Winddichte Jacke
  • Rettungsdecke

Ausgesetzte Gebirgsregionen mit Geröll und Fels

Einige nordnorwegische Gipfel sollten von Personen mit Höhenangst gemieden werden. Lockerer Kies, Geröll und Felsen sorgen hier für unwegsames Gelände. Gute Bergschuhe sind wichtig. Falls man sich doch einmal verletzt und Hilfe benötigt, kann man die Notrufnummer 113 wählen, die teils auch in Gebieten ohne Mobilfunkempfang erreichbar ist.

Gletscher

Eine Gletschertour sollte man niemals alleine unternehmen. Gletscher sind von Spalten durchzogen, die teils mehrere -zig Meter tief und an der Oberfläche oft nicht erkennbar sind. Steigeisen, Seil und Eispickel dürfen nicht fehlen und ein vorbereitender Gletscherkurs ist empfehlenswert. Alternativ kann man sich einer organisierten Gletschertour mit einem ausgebildeten Gletscherführer anschließen. Bei einigen Gipfeltouren muss man Gletscher überqueren, beispielsweise für den Møysalen auf den Vesterålen und den Oksskolten in Helgeland. Wer keine Erfahrung und Ausrüstung hat, sollte hier besser auf eine organisierte Tour zurückgreifen. Die Front von Gletscherzungen ist generell gefährlich, da ohne Vorwarnung Eisstücke abbrechen und den Wanderer verschütten oder am Kopf treffen können –daher darf man sich nie unter eine Eiswand stellen.

Angeln im Meer

Das Risiko beim Angeln im Meer besteht in schlechtem Wetter in Verbindung mit mangelnder Erfahrung mit dem Boot. Wenn Sie Feriengast eines Anglercamps sind, wird Ihr Gastgeber immer sehr um Ihre Sicherheit besorgt sein. Beachten Sie daher genau dessen Hinweise zur Steuerung des Bootes und zu den unter den herrschenden Wetterbedingungen empfohlenen Angelplätzen.

Eisbären

Als Spitzbergen-Tourist steht man leider nicht an der Spitze der Nahrungskette. Es ist schon mehrmals vorgekommen, dass Eisbären Menschen angegriffen und getötet haben. Die meisten Besucher bleiben daher in Longyearbyen und verlassen die Stadt nur im Rahmen organisierter Touren mit bewaffnetem Guide. Wer einen Jagdschein besitzt und nachweislich schießen kann, kann sich ein Gewehr leihen und für kürzere Touren auf eigene Faust losziehen. Mehrtägige Touren erfordern jedoch Eisbärenwache, Stolperdraht und zahlreiche weitere Maßnahmen und sind nur bei hinreichend Erfahrung anzuraten. Auf dem nordnorwegischen Festland allerdings stellen Wildtiere nirgendwo eine nennenswerte Gefahr dar.