Es gibt über 100 000 Rentiere in Nordnorwegen. Nahezu garantiert werden Sie im Laufe Ihres Urlaubs einem oder mehreren von ihnen begegnen, vor allem, wenn Sie in der Finnmark unterwegs sind.

Rentiere in Norwegen

In Norwegen gibt es sowohl wilde Rentiere als auch Haus-Rentiere. Die Rentiere in der Finnmark sind alle Haus-Rentiere, die Rentierhaltung treibenden Samen gehören. Trotzdem weiden sie frei auf großen Gebieten, und Sie werden selten zu einem Rentier hingehen und es streicheln können, ohne dass es wegläuft. Die Tiere sind von Natur aus scheu, was natürlich ist, wenn sie sich die meiste Zeit auf der Hochebene aufhalten ohne jemand anderen zu sehen als die Rentierhirten.

Rentierabtrieb – wo kann man Rentiere sehen?

Jede Familie, die Rentiere hält, hat eine Sommerweide und eine Winterweide, zwischen denen sie wechselt, damit die Rentiere genug zu Fressen haben. Im zeitigen Frühjahr, bevor die Rentierkälber geboren werden, beginnt die Herde in Richtung Küste umzuziehen. Hier bleibt sie den ganzen Sommer über unter der Mitternachtssonne, und wenn der Herbst kommt, beginnt sie, für die Winterbeweidung wieder zurück ins Binnenland zu ziehen.

Auf der Sommerweide

Im Sommer stehen die Chancen deshalb gut, dass Sie Rentiere sehen werden, die an der Küste weiden. In Hammerfest zum Beispiel ist es nicht ungewöhnlich, dass die Rentiere in der Stadt umhergehen. Das ist ein witziger Anblick. Am Nordkap können Sie ebenfalls ziemlich sicher sein, dass Sie Rentiere sehen werden. Dasselbe gilt entlang der Küste in der Ost-Finnmark. Im Winter dagegen werden Sie von Zeit zu Zeit Rentiere in Gegenden im Binnenland, wie in Kautokeino und Karasjok, sehen.

Geweih auf der Rentierkuh

Wussten Sie, dass Rentiere die einzigen Hirschtiere sind, bei denen beide Geschlechter ein Geweih haben?Die Rentierkuh („simla“) hat im Winter ein Geweih. Das dient dazu, dass Sie an Futter kommt. Das männliche Rentier gräbt den Schnee mit den Hufen auf und findet Flechten. Die Rentierkuh kann dann beim Streit um die von ihm hervorgegrabenen Rentierflechten das Geweih einsetzen.

Was frisst das Reintier?

Die Ernährung des Rentiers unterscheidet sich im Sommer und Winter sehr stark. Im Sommer frisst es 2-3 Mal mehr als im Winter. Dadurch kann es sich im Sommer einen Fettvorrat anfressen. Im Winter frisst es viel weniger und verträgt nicht viel und kein gehaltvolles Futter. In manchen Jahren bildet sich auf den Weiden eine dicke Eisschicht, die es den Rentieren schwer macht, Futter zu finden. Dann muss der Rentierbesitzer mit Trockenheu und getrockneten Rentierflechten notfüttern. Eine der Besonderheiten der Rentierhaltung ist jedoch, dass sie ganzjährig auf der Nutzung natürlicher Weiden basiert, indem man von der Sommer- zur Winterweide wechselt.

Haarwechsel

Im frühen Sommer werden Sie feststellen, dass die Rentiere etwas zottig aussehen. Das liegt daran, dass sie zum Sommerfell wechseln und das Winterfell in großen Büscheln ausfällt. Das Winterfell des Rentiers ist extrem dick und fest. Das dicke Fell isoliert äußerst wirkungsvoll gegen Wind, Regen und gegen den Schnee, auf dem das Tier im Winter liegt.

Wem gehört jedes einzelne Rentier?

Jeder einzelne Rentierbesitzer hat seine eigene Ohrenmarkierung, die mit einem Messer in das Ohr geschnitten wird. Für ein ungeübtes Auge sieht es nur so aus, als wäre das Ohr des Rentiers an den Rändern etwas ungleichmäßig geworden, aber ein Rentierbesitzer wird seine eigene Markierung, und die Markierung anderer, aus weiter Entfernung erkennen. Es ist beeindruckend. Man wird auch sehen, dass einzelne Kälber vorübergehend „fellmarkiert“ sind. Das bedeutet, dass man die Initialen des Eigentümers in die Haare/das Fell schneidet, bis man ganz sicher ist, wem das Rentier gehört. Das Kalb folgt der Mutter, und so wird man herausfinden, wem das Kalb gehört.

Die samische Küche

Sie können nicht in die Finnmark reisen ohne Rentierfleisch, unsere Spezialität, zu kosten. Die Möglichkeit dazu bietet sich in den meisten Restaurants und in vielen Varianten. Probieren Sie Rentiergeschnetzeltes mit Kartoffeln, Rosenkohl und frisch gerührter Preiselbeermarmelade. Oder vielleicht ein gebratenes Filet mit leckerer Sauce, Kartoffeln und Gemüse? Falls Sie die Gelegenheit bekommen, empfehle ich Ihnen „bidus“, das Festessen der Samen zu probieren – eine leckere dicke, dunkle Suppe, die aus Fleisch, Karotten und Kartoffeln gekocht wird. Solche Speisen muss man für eine Samenhochzeit zubereiten, bei der 1000 Gäste das Brautpaar mehrere Tage lang feiern.

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