Hochebenen, Schären im Fjord, die Gebirgskette Gaissene, Taiga und schroffe Eismeerküste – die abwechslungsreiche Natur der Finnmark bietet Horizonte, so weit das Auge reicht. Ebenso abwechslungsreich zeigt sich das Kulturerbe des Gebiets bei Rentierzucht betreibenden Samen (Reindriftssamer), Küstensamen (Sjøsamer), Ostsamen (Østsamer), Kvenen (Nordnorweger finnischer Herkunft) sowie norwegischen Küstenfischern.

In der Finnmark abseits ausgetretener Pfade

Die über 1200 km lange Tour (Abstecher einberechnet) findet abseits der ausgetretenen Pfade der Finnmark statt. Über Hochebenen, durch Birkenwälder, entlang der Fjorde und hinaus in Richtung Barentssee – hier lernen Sie die abgelegenste Seite der Finnmark kennen. Wie bei vielen unserer besten Reisen im Leben ist auch bei dieser der Weg das Ziel.

Durch die Hochebene der Finnmark

Die relativ flache Hochebene der Finnmark – die Finnmarksvidda – liegt 300–400 Meter über dem Meeresspiegel und besteht aus niedrigen Bergkämmen, kleinen Tälern, Mooren und Gewässern. Kautokeino und Karasjok bilden die beiden Zentren, die weit von kleineren Orten entfernt liegen.

Alta: Der Ausgangspunkt der Tour ist eine moderne Stadt mit Aussicht über den Altafjord.

  • Alta Museum: 3000 Felszeichnungen in Hjemmeluft können auf einem 2,9 km langen ausgewiesenen Pfad bewundert werden. Diese einzigartige Sammlung gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.
  • Nordlichtkathedrale: Modernes, kühnes Bauwerk, vom Nordlicht inspiriert.
  • Eine Bootstour flussaufwärts auf dem Altaelv zur Schlucht Sautso sorgt für einen spannenden, schönen Sommerausflug.
  • Boazo Sami Siida – samische Geschichtenerzähler und Gelegenheit, samisches Essen zu kosten
  • Halddetoppen – Tagestour auf ausgewiesener Loipe zum Nordlichtobservatorium auf dem Berg Haldde
  • Im Winter bieten sich in Alta eine Reihe von Aktivitäten wie Schneescooter- oder Hundeschlittenfahrten sowie Übernachtungen im Schneehotel an.

Maze/Masi: die samischste aller Gemeinden in Norwegen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses liegen die Überreste der Kirche Zion, der ersten Kirche in Masi aus dem Jahr 1721, samt Friedhof. Auf Anfrage Möglichkeit einer Bootsfahrt auf dem Fluss.

Nieidagorži/Pikefossen: 8 Meter hoher Wasserfall in Kautokeinoelva. Hier soll man die Stimme eines Mädchens hören können, das der Sage zufolge im Wasserfall ertrank, nachdem das von ihm zu hütende Rentier durch das Eis brach und ertrank.

Kautokeino: Der Kirchenort mit 2000 Einwohnern liegt in einer baumlosen Hochlandschaft südlich der Finnmarksvidda.

  • Juhls Silver Gallery: Außergewöhnliche Silberschmiede und Kunstgalerie, geprägt vom Künstlerleben von Frank und Regine Juhls.
  • Guovdageainnu gilišillju / Freilichtmuseum Kautokeino: Kleines lokales Museum mit alten Häusern aus Kautokeino, rekonstruierten Erdhütten und Ausstellungen samischer Kulturgeschichte.

Karasjok: Die Hauptstadt der Samen mit mehr als 2000 Einwohnern liegt in einem Übergangsgebiet aus Hochebene und Kiefernwald.

  • Sápmi Park: Lernen Sie die Kultur der Samen von früher und heute im samischen Erlebnispark kennen
  • Samiske Samlinger: Museum, das die samische Kultur dokumentiert
  • Sameting: Die parlamentarische Vertretung des samischen Volks hat ihr eigenes Gebäude, dessen Stil von einer Mischung aus traditioneller samischer Kultur und moderner Architektur geprägt ist.
  • Die alte und die neue Kirche von Karasjok: Die Kirche von 1807 ist die älteste erhaltene lutherische Kirche der Finnmark. Die Architektur der neuen Kirche aus dem Jahr 1974 ist eine moderne Interpretation des Lavvo-Zelts.

Skoganvarre: Ortschaft in der Finnmarksvidda.

Entfernungen und Verkehrsverhältnisse:

  • Alta–Kautokeino: 131 km/2 Std.
  • Kautokeino–Karasjok: 129 km/2 Std.
  • Karasjok–Lakselv: 72 km/1 Std.
  • Besondere Verhältnisse: Im Winter ist das Klima gewöhnlich stabil und kalt und schafft nur wenige Probleme. Stürme können die Fahrbahnen jedoch kurzfristig unbefahrbar machen, und sollte die Temperatur unter -25 °C fallen, könnten Sie Probleme haben, Ihr Auto zu starten.

Landstraße 98 – die unbekannte Finnmark

Von Lakselv aus führt die Reise an der Ostseite des inselreichen Porsangerfjords entlang und dann über die Hochebene des Laksefjords in den innersten Teil des Laksefjords hinein. Hier findet man kleine Siedlungen, die Schafhaltung und Fischerei betreiben. Ifjordfjellet ist der Bergpass in Richtung Tana. Das Tanadal ist breit und offen und entlang Norwegens zweitgrößtem Fluss Tana stark bewaldet. Auf einem Großteil der Strecke sieht man das Bergmassiv Gaissene, das sich über die Landschaft der Hochebene erhebt.

Lakselv: Siedlung und Kommunikationszentrum im Innern des Porsangerfjords.

Porsanger hat 4000 Angelseen. Viele der Seen befanden sich bis vor kurzem innerhalb militärischer Sperrzonen und waren daher nicht nur unzugänglich, sondern auch sehr fischreich.

Trollholmsund und Stabbursnes: Abstecher an der Westseite des Fjords (38 km/35 min)

  • Trollholmsund mit seinen Kalksteinformationen, die Trollen gleichen.
  • Stabbursnes Naturhus og Museum: Ausstellungen mit Themen aus dem Stabbursdalen-Nationalpark. Der Nationalpark umfasst sowohl Hochebene als auch Kiefernwald und ist besonders für die stark bedrohte Zwerggans bekannt.

 Børselv: Gemeinde, in der die Sprache der Kvenen gesprochen wird. An der Ostseite des Porsangerfjords gelegen.

  • Veidnes: Über einen langen Abstecher gelangt man in eines der abgelegensten Gebiete des Königreichs. Veidnes, mit seinen 30 Einwohnern, ist die einzige verbliebene Siedlung auf der Sværholthalvøya. 74 km/1,5 Std. einfache Richtung von Børselv.
  • Silfarjuvet: 80 Meter tiefer Canyon

Kunes: Siedlung. Angelerlaubniskarte und Paddelmöglichkeiten.

Adamsfossen: 38 Meter hoher Wasserfall im Adamsfjord zuinnerst im Laksefjord.

Ifjord: Ausfahrt zur Bundesstraße 888 nach Lebesby, Kjøllefjord und Mehamn.

  • Lebesby: Gemeinde mit im Jahr 1962 erbauter Kirche, 17 km/20 Min. von Ifjord.

Ifjordfjellet-Kapelle: winzig kleine Kapelle auf der Hochebene.

Tana Bru: Zentrum Deatnu/Tana. Die im Jahr 1947 fertiggestellte Brücke ist die längste bewegliche Hängebrücke Norwegens.

Entfernungen und Verkehrsinformationen:

  • Lakselv–Ifjord: 125 km/2 Std.
  • Ifjord–Kjøllefjord: 111 km/2 Std.
  • Ifjord–Tana Bru: 87 km/1,5 Std.
  • Besondere Verhältnisse: Ifjordfjellet zählt zu den im Winter am häufigsten gesperrten Straßen Norwegens.

Nördlich des Varangerfjords

Wenn man über die Landenge nach Varangerbotn fährt, hat man die Wahl, direkt nach Kirkenes zu fahren. Es empfiehlt sich jedoch, sich Zeit zu lassen und die Landschaftsroute nach Hamningberg zu nehmen, wo man dicht an dicht Kulturdenkmäler und Sehenswürdigkeiten vorfindet.

Varangerbotn: Siedlung und Gemeindezentrum in der samischen Gemeinde Unjargga/Nesseby.

  • Varanger Samiske Museum: Ausstellungen zur samischen Kultur in Varanger.
  • Gornitak: künstlerisch gestalteter Rastplatz als Teil des Projekts „Nasjonale Turistveier“ (Landschaftsrouten).

Nesseby: Siedlung. Die Kirche Nesseby aus dem Jahr 1858 wurde vom Architekten Grosch entworfen. Sie enthält verschiedene Einrichtungsgegenstände aus dem 17. und 18. Jahrhundert, wozu auch ein Altarbild aus dem 18. Jahrhundert gehört, das auf wundersame Weise den Zerstörungen des 2. Weltkriegs standhielt.

Mortensnes: Sammlung mit Hausüberresten, einem Gedenkstein und Grabfeldern. Die Funde reichen bis weit in die Vergangenheit zurück, zudem weist der Ort eine der höchsten Funddichten in der Finnmark auf.

Vestre Jakobselv: Siedlung

Vadsø: Die Bezirkshauptstadt in der Finnmark ist auch als Hauptstadt der Kvenen bekannt, da ein Großteil der Bevölkerung finnischen Ursprungs ist. Hier gibt es einige alte Stadtviertel.

  • Esbensengården: Prunkvolles Handelshaus im Patrizierstil aus der Zeit um 1840, aus Holz erbaut. Beherbergt das Varanger Museum mit Ausstellungen zur Geschichte Vadsøs.
  • Tuomainengården: Hof aus der Zeit um 1840 in der „Kvenenstadt“ mit Gebäuden aus russischem Rundholz.
  • Luftschiffsmast: Wurde von den Luftschiffen „Norge“ und „Italia“ im Jahr 1926 bzw. 1928 gebraucht.
  • Einwandererdenkmal: Denkmal für die Einwanderung aus Finnland.

Ekkerøy: Siedlung.

  • Vogelfelsen mit 40 000 Dreizehenmöwen und 50 verschiedenen Vogelarten.
  • Alte Siedlung aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg.

Kiberg: Gemeinde und Fischerdorf mit Ausblick auf die Fischerhalbinsel/Poluostrov Rybachiy in Russland.

  • Partisanendenkmal zum Gedenken an den Partisaneneinsatz während des Kriegs.
  • Das Partisanenmuseum erzählt die Geschichte des Einsatzes der Partisanen während des Kriegs und des von ihnen während des Kalten Kriegs erlittenen Schicksals.
  • Kibergneset, der östlichste Punkt des norwegischen Festlands.

Domen: Bergpass zwischen Kiberg und Vardø. Hier fanden im 17. Jahrhundert Hexenverbrennungen statt.

Der Vardøstunnel: Unterwassertunnel nach Vardøya, auf dem die Stadt liegt.

Vardø: Norwegens östlichste Stadt und Nordnorwegens älteste, im Jahr 1789 gegründete Stadt. Die Stadt wurde nicht vollständig zerstört – einige alte Häuser und Stadtviertel blieben erhalten.

  • Festung Vardøhus: sternförmige Schanze aus dem 18. Jahrhundert.
  • Gedenkstätte Steilneset: (Hexendenkmal) zum Gedenken an die Hexenprozesse im 17. Jahrhundert. Ein 100 Meter langes, begehbares Holzgestell auf Steilneset wurde von Louise Bourgeois gestaltet.
  • Hornøya: Norwegens östlichster Punkt und ein wichtiger Vogelfelsen mit großem Papageientaucherbestand. Im Sommer werden Bootstouren vom Hafen aus angeboten. Draußen auf Hornøya befindet sich ein architektonisch gestaltetes Versteck zum Beobachten der Vögel.
  • Pomor-Museum: Ausstellungen zu den Pomoren und zum Pomorenhandel zwischen Norwegen und Russland, eingerichtet in den Brodtkorbsjåene, einer Ansammlung von Fischerhütten, die im 19. Jahrhundert aus sibirischer Lärche errichtet wurden.

Straße nach Hamningberg: Die Landschaft, durch die die schmale Straße nach Hamningberg führt, erinnert an eine Mondlandschaft am Eismeer.

Hamningberg: Dieses um 1960 aufgegebene Fischerdorf ist einer der wenigen Orte in der Finnmark, die nicht niedergebrannt wurden. Man kann hier ein Wohnhaus, einen Schuppen sowie ein Bootshaus aus dem 19. Jahrhundert besichtigen. Mit den Einwohnern kehren im Sommer Leben und Aktivität zurück.

Entfernungen und Verkehrsinformationen:

  • Entfernung Tana Bru–Hamningberg: 177 km/3 Std.
  • Besondere Verhältnisse: Die Straße nach Hamningberg ist im Winter gesperrt.

Südlich des Varangerfjords

Die letzte Etappe verläuft südlich des Varangerfjords, zuerst entlang des Innern des Varangerfjords und dann in eine Hügellandschaft mit bewaldeter Talsenke. In Bugøynes wird die Sprache der Kvenen gesprochen, während man in Neiden auf die ostsamische Bevölkerung trifft.

Karlebotn: kleine Siedlung. Drei Kilometer lange Tour nach Bigganjarga, ein geologischer Leckerbissen in Form eines 600 Millionen Jahre alten Konglomeratvorkommens. Es könnte sich hierbei um einen Moränenabschnitt aus einer Zeit handeln, in der die ganze Erde eisbedeckt war.

Bugøynes/Pykeijä: Fischerdorf, in dem die Sprache der Kvenen gesprochen wird. Es ist besonders für seine Königskrabbenfischerei bekannt. Da Bugøynes während des Kriegs nicht niedergebrannt wurde, findet man hier ein paar ältere Gebäude. Abstecher von 20 km/25 min. von der E6.

Bugøyfjord: Weiler im Innern des Bugøyfjords. Denkmal des samischen Künstlers John Savio, der aus Bugøyfjord stammte.

Neiden: Gemeinde mit norwegischer, kvenischer und ostsamischer Besiedlung.

  • Die Kapelle St. Georg aus dem Jahr 1565 ist ein kleines Heiligtum, das für die christianisierten Ostsamen aus Russland erbaut wurde. Im Sommer wird auf der Wiese vor der Kirche eine orthodoxe Liturgie gehalten.
  • Die Kapelle Neiden wurde 1902 im Drachenstil erbaut. Sie ist von den Stabkirchen inspiriert, um die norwegische Kultur in den multikulturellen Grenzgebieten zu fördern.

Kirkenes: Stadt, die nach den dramatischen Geschehnissen des 2. Weltkriegs wiederaufgebaut wurde.

  • Andersgrotta: Zufluchtsraum im Zentrum von Kirkenes
  • Der tapfere sowjetische Soldat: ein von der Sowjetunion nach dem Krieg errichtetes Denkmal
  • Savio-Museum – John-Savio-Galerie: Zeichnungen des samischen Künstlers John Savio
  • Sommeraktivitäten: umfassendes Programm mit Bootstouren auf dem Pasvikelv, ATVs und Königskrabbenfischen sowie Sightseeing-Tour an die Grenze
  • Winteraktivitäten: Königskrabbenfischen auf dem Eis, Schneescooter, Hundeschlittenfahrten, Schneeschuhe und Schneehotel/Eishotel.

Abstecher:

  • Pasvikdalen: 150 km langes Tal zwischen Finnland und Russland. Der westlichste Ausläufer der sibirischen Taiga, tiefe Wälder mit Gewässern, Flüsse und Norwegens größter Bärenstamm.
  • Grenze Jakobselv: aufgegebene Siedlung an dem Ort, an dem die russische Grenze auf die Küste stößt. Die Kapelle für Oscar II. wurde 1869 errichtet, um die Grenze zu markieren.

Entfernungen und Verkehrsverhältnisse:

  • Entfernung Tana Bru–Kirkenes: 141 km/2 Std.