Ein Dorf im nördlichen Troms mit rund 1000 Einwohnern bewahrt ein paar einzigartige Handarbeitstraditionen. Die uralte Webtechnik, Handschuhe, Mützen und die traditionelle Koften sind einfach, schön und funktionell.

Seesamenkultur

Viele Leute in Manndalen sind Seesamen und bis in die sechziger Jahren war samisch in manchen Haushalten die Alltagssprache. Danach begannen die Menschen täglich norwegisch zu sprechen. Nur die ältere Generation spricht samisch noch als Muttersprache. Die Jugend zeigt inzwischen jedoch neues Interesse für die samische Sprache und spricht sie wieder. Auch das Interesse für „duodij“ ,die samische Handarbeitstradition nimmt wieder zu. Übrigens sind viele der  Einwohner in Manndalen auch norwegischer, finnischer und schwedischer Herkunft.

 Rátnu- uralte Webkunst

In Manndalen hat eine einzigartige Handarbeitstradition überlebt, der sogenannte ”Oppstadsvev”. Diese Webtechnik wurde jedoch nicht in Manndalen erfunden. Sie ist auf einer griechischen Vase von 560 v.Chr. abgebildet und war in großen Teilen Europas über Jahrhunderte verbreitet. Weil die Decken gefragte Verkaufswaren unter Samen, Kvenen und Norwegern waren überlebte die Technik bei den Seesamen bis in unsere Zeit. Die Seesamen am Lyngefjord lebten in Erhütten, den Gammen, und hatten  wenig Platz. Sie brauchten also einen einfachen, zusammenlegbaren Webstuhl.

Besondere Technik

Die Oppstadvev-Technik ist eine einfach Konstruktion aus Holzstöcken, zwei seitlich und einer oben angebracht, die man an die Wand lehnte. Das Webstück wird sowohl an den Seiten als auch oben befestigt und hat somit drei Webkanten. Die Kettfäden werden von einem halben Kilo Steinen senkrecht gehalten. Das Garn wird mit der Hand und ohne Schützen durch das  Webstück geführt, während der Weber am Webstuhl hin und her geht.

Grener

Die gewebten Decken nennt man Grener. Früher wurden sie als Zeltstoff für die Lavos, als Schlitteneinlage oder als Bettzeug benutzt. Sie waren vielseitig einsetzbar. Heute sind die Grener beliebte Wandteppiche und schmücken private Heime oder öffentliche Gebäude. Ursprünglich waren die Grener aus weißer Wolle mit schwarzen Mustern oder aus pflanzengefärbter Wolle. Heute sind sie grau oder schwarz mit weißen Mustern.

Überleben und erneuern

Manndalen war der südlichste der Orte, die 1945 zwangsevakuiert und niedergebrannt wurden. Mit der Zerstörung verschwanden auch die alten Webstühle und die meisten Grener. Einige wenige Frauen webten jedoch auch nach dem Krieg weiter. Nachdem das Einzigartige dieser Tradition von Handarbeitsexperten von außerhalb entdeckt wurden, stieg die Nachfrage und es wurde wieder mehr gewebt. Heute werden ständig Webkurse veranstaltet - so wird die Technik am Leben erhalten.

Manndalsmuster

Da die Leute in Manndalen viel Wolle hatten, konnten sie mit dem Verkauf von Mützen, Handschuhen und Socken gutes Geld verdienen. Seit den 20iger Jahren wurden die Handschuhe mit dem besonderen Manndalsmuster gestrickt. Der Ursprung des Musters ist unbekannt, es könnte aber über die großen Märkte von Osten gekommen sein. Stücke aus Manndalen in weiß, grau oder schwarz mit Details in starken Farben sind in der ganzen Troms sehr beliebt.

Bonkos

Wenn der Landwind im Winter über Manndalen fegt, gibt es nur eine Art Handschuhe, die richtig warm halten - die Bonkos. Sie werden aus handgesponnenem Wollgarn gemacht. Nachdem sie gestrickt sind, werden sie mit einem Wollkamm aufgeraut, so das Luftkammern in der Wolle entstehen und diese sehr warm wird. Der Polarfahrer Børge Ousland schwört auf Bonkos-Handschuhe.

Die Lyngenkofte

Die Samendracht, die sogenannte Kofte, unterscheidet sich in den verschiedenen Teilen des Samenlandes. Die Lyngenkofte, die von den Seesamen in Manndalen benutzt wird, kam vor über 100 Jahren aus der Mode. Es sind nur noch Fotos, Zeichnungen und ein paar Exemplare erhalten. Auf dieser Grundlage wurde die Lyngenkofte rekonstruiert. Mit dem aufkeimenden Interesse für das samische Kulturerbe wuchs auch der Wunsch die Kofte als Festtagskleidung einzusetzen. Deshalb wird sie nun häufiger, z.B. am Nationalfeiertag, zu Hochzeiten und Konfirmationen, benutzt.

Produktverkauf in der Grenebua

Um die Finger über handgemachte Wollprodukte gleiten zu lassen, besuchen Sie einfach den Vertrieb des Manndalen Husflidslags auf Løkvoll in Manndalen. Hier treffen sich Weber, Stricker, Schnitzer und Messerschmiede , die alle ihre Produkte hier verkaufen. Auf  www.manndalen-husflidslag.no finden Sie Bilder und noch mehr Information. Visit Lyngenfjord, das Fremdenverkehrsamt der Gegend um den Lyngenfjord, informiert über interessant