Eine Fahrradtour von Tromsø nach Svolvær führt durch einige der schönsten Küstenlandschaften Norwegens, wobei diese Route drei der schönsten „norwegischen Landschaftsrouten“ tangiert. Überraschenderweise lässt sich das Gelände relativ leicht erradeln.

Inselhüpfen zwischen den größten Eilanden Norwegens

Hinnøya, teils zu den Vesterålen gehörend, ist die größte Insel Norwegens. Senja bei Finnsnes nimmt den zweiten Platz ein, Langøya auf den Vesterålen den dritten und Kvaløya bei Tromsø den fünften. Alle vier Inseln sind Teil dieser Fahrradtour, bei der man auf wenig befahrenen Straßen die Atlantikküste kennenlernt. Da die Route größtenteils auch tatsächlich der Küstenlinie folgt, weist die Topografie nur wenige nennenswerte Steigungen auf. Der Tourenvorschlag wurde vom Reiseveranstalter Norske Bygdeopplevelser zusammengestellt, bei dem man das Sattelerlebnis im Paket buchen kann –aber natürlich kann man auch ganz auf eigene Faust radeln.

Etappe 1: Tromsø – Sommarøy, 56 km

Von Tromsø aus geht es zunächst über die Brücke zur Insel Kvaløy hinüber und weiter entlang der Kvaløysletta (flacher Geh- und Radweg). Anschließend wechselt man auf die Landstraße und klettert etwas steiler bis zum Einstieg des Hochtals Kattfjordeidet hinauf (ca. 200 Höhenmeter). Von hier aus radelt man steigungsarm durch das Hochtal, bevor die Abfahrt zum Kattfjord folgt, der von majestätischen, über 1000 Meter hohen Gipfeln malerisch umrahmt wird. Die Weiterfahrt nach Sommarøy ganz außen im Westen führt vorbei an bunten Lagerhäusern, Anlegestellen und aufgegebenen Fischverarbeitungsbetrieben. Bei schönem Wetter empfiehlt sich eine Rast am paradiesischen Sandstrand der Bucht Otervika. Die kleine Insel Sommarøy ist Sitz einer dynamischen Küstengemeinde, die vom Fischfang und Tourismus lebt. Wer hier noch nicht müde ist, kann eine Spritztour auf den Gipfel Hillesøytoppen anhängen, der einen grandiosen Blick auf die im Süden gelegene Insel Senja und das große, weite Meer bietet.

Etappe 2: Sommarøy – Brensholmen – Mefjord, 45 km

Nach einer kurzen Fahrradfahrt nach Brensholmen nimmt man die Fähre nach Botnhamn auf Senja. Von hier aus geht es über leicht hügeliges Gelände nach Senjahopen, größter und wichtigster Fischerort der Insel. Am Nordrand des Ortes führt eine Stichstraße zum alten Fischerdorf Mefjordvær.

Etappe 3: Mefjord - Ersfjord - Steinfjord – Hamn, 46 km

Am nächsten Morgen geht es zurück nach Senjahopen und weiter zum Geitskardstunnel hinauf, den man durchquert. Die Route führt nun nach Ersfjordstranda und weiter entlang des Ersfjords und Steinfjords. Von der Landspitze Tungeneset aus hat man einen fantastischen Blick nach Norden auf die Felsformation Okshornan. Nun muss ein steiler Anstieg zum Skalandstunnel hinauf überwunden werden, bevor man es abschließend zum Familienpark Senjatrollet hinunter rollen lässt und die letzten Kilometer nach Hamn absolviert.

Etappe 4: Hamn – Gryllefjord – Andenes, 17 km

Auch heute geht es ein wenig bergauf, was allerdings mit herrlichen Abfahrten belohnt wird. Die Strecke führt zunächst auf den Ballevik-Pass auf 172 Metern Höhe. Von hier aus eröffnet sich ein malerischer Blick auf den Gryllefjord und das gleichnamige Fischerdorf weiter draußen an der Fjordmündung. Von Gryllefjord nimmt man die Fähre nach Andøya. Die Überfahrt dauert 1 Stunde und 40 Minuten und stellt schon an sich ein Erlebnis dar – ob bei schönem oder schlechtem Wetter. In Andenes besteht die Möglichkeit, nachmittags noch eine Walsafari zu unternehmen oder das Nordlichtzentrum zu besuchen.

Etappe 5: Andenes – Bø, 48 km

Der heutige Tag führt durch leichtes Gelände: Über die norwegische Landschaftsroute „Andøya“, eine von 18 ausgezeichneten besonders schönen Strecken des norwegischen Straßennetzes, fährt man entlang der Westküste von Andenes – hier liegt auch der Raketenstartplatz Andøya – nach Bleik, wo ein 2,5 km langer Sandstrand zur Rast einlädt. Im Westen ragt der Vogelfelsen Bleiksøya aus dem Meer, der von einer großen Papageientaucher-Kolonie bevölkert wird. Am südlichen Ortsrand von Bleik schwenkt die Straße ins Inselinnere und führt über eine Seen- und Moorlandschaft wieder an die Küste, mit mehreren schönen Sandstränden im weiteren Verlauf. Unterwegs besteht die Möglichkeit, leichte Bergtouren einzustreuen.

Etappe 6: Bø - Risøyhamn – Sortland, 63 km

Von Bø geht es weiter nach Risøyhamn und anschließend über den Risøysund – auf einer langen, steilen Brücke mit Blick auf die Schifffahrtsroute Risøyrenna. Wer die Tour etwas verlängern möchte, kann noch die Südspitze der Andøya „mitnehmen" (ca. 35 km), teilweise auf autofreien Kieswegen. Die Strecke von Risøyhamn nach Sortland entlang breiter Sunde unter spitzen Berggipfeln ist leicht zu radeln, die einzigen Steigungen stellen die beiden zu überquerenden Brücken dar. Sortland ist als „blaue Stadt“ bekannt.

Etappe 7: Sortland – Svolvær, 74 km

Durch leichtes Terrain führt die Route von Sortland nach Stokmarknes (Hurtigroutemuseum) und Melbu. Hier setzt man mit der Fähre auf die Lofoten über. Von Fiskebøl geht es unter den anmutigen Spitzen von Austvågøya nach Sildpollnes und weiter nach Svolvær. Alternativ kann man das Postschiff Hurtigruten von Stokmarknes durch den Raftsund und Trollfjord nach Svolvær nehmen.

Nähere Informationen

Der Reiseveranstalter Norske Bygdeopplevelser bietet die Fahrradtour mit Übernachtung, Abendessen und Fahrradverleih (mit Voranmeldung). Nähere Informationen finden sich auf den Internetseiten des Veranstalters sowie auf den Seiten der Touristinformationen.