Hierbei handelt es sich um ein hier sehr beliebtes Fischgericht mit Tomaten. Das gibt es aber noch nicht lange, denn erst in den 90er-Jahren erlebte Klippfisch hier eine Renaissance.

Klingt exotisch – stammt aber von hier!

Das Wort „Bacalao“ erinnert an Salsa und Samba, an südliche Sonne, weiße Sandstrände, mediterrane Esskultur und ein Essen unter rabenschwarzem Himmel bei angenehmen Temperaturen. Aber wieso dieser Name, denn die Hauptzutat, der Klippfisch, stammt ja aus Norwegens hohem Norden? Vielleicht, weil er in lateinamerikanischen Ländern so viele Anhänger hat!

Eine vergessene Fischspezialität

Klippfisch gehörte in Norwegen einst zu den Alltagsgerichten. Da es während des 2. Weltkrieges aber nicht sehr viel mehr zu essen gab, als Salzheringe und Klippfisch, hatte man sie nach dem Kriege gründlich satt. Die Statistik über die Essgewohnheiten der Norweger belegt dies eindrucksvoll.

Die Renaissance des Klippfischs

Nachdem man lange vergeblich versucht hatte, den Norwegern den Klippfisch wieder näher zu bringen, tat sich vor knapp 20 Jahren plötzlich etwas. Im Zuge einer Welle exotischer Gerichte, die das Land überschwemmte, kam auch der Klippfisch unter dem Namen „Bacalao” wieder zu Ehren. Endlich konnte man wieder „Klippfisch“ sagen, ohne die Nase zu rümpfen.

Der Erfolg begann 1994

Im Fischrestaurant Arctandria hat man bereits früher erfolglos mit Klippfisch experimentiert, doch unter dem Begriff „Bacalao“ weckte er plötzlich bei vielen Gästen Erstaunen. Es schmeckte gut, doch man fragte sich, was das eigentlich war.

Bacalao = Kabeljau

„Bacalao“ ist nichts weiter als die spanische Bezeichnung für „Kabeljau“. Da es früher keine Möglichkeit gab, frischen Kabeljau nach Südeuropa zu exportieren, musste er gesalzen und getrocknet werden. Heutzutage ist der Export möglich – entweder als Gefrier- oder Frischfisch. Frischfisch wird „Bacalao fresco“ genannt, während die gesalzene und getrocknete Version weiterhin „Bacalao“ heißt.

Vom Mittelmeer nach Lateinamerika

Es heißt, dass es sich beim Stockfisch um die allererste Exportware des Landes handele. Als der Klippfisch „erfunden“ wurde, machte er dem Stockfisch aber bald Konkurrenz. In Südeuropa hatte man die Vorteile des Klippfischs erkannt, der sich nach dem Wässern vielseitiger verwenden ließ, als Stockfisch. Die Konservierung erfolgte in drei Schritten: Salzen, Trocknen und Reifen.de r derart haltbar gemachte Fisch ließ sich auf den langen Eroberungsreisen der Spanier und Portugiesen nach Lateinamerika mitnehmen. Das war gleichzeitig der Beginn neuer Essgewohnheiten in diesen Ländern.

Kreuz und quer durch Portugal

Im Jahre 1993 reisten Gunnar Andersen und Jan Klev, Besitzer des Restaurants Skarven in Tromsø, auf der Suche nach Klippfischrezepten durch Portugal. Zwar waren ihre Sprachkenntnisse eher bescheiden, doch „Bacalao“ (port. Bacalhau) war ihnen bekannt. Zwar entdeckten sie nirgendwo die guten alten Töpfe, in denen Kabeljau in Norwegen früher zubereitet wurde, dafür entdeckten sie aber Klippfischgerichte, von denen sie nicht zu träumen gewagt hatten. Es gab ihn in Suppen, Salaten und zum Grillen, gebacken oder gekocht mit unzähligen Soßen, und kein Gericht glich dem anderen. Bei der Zubereitung von Klippfisch waren der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

365 Rezepte mit Klippfisch

Ein portugiesisches Mädchen kann wohl kaum heiraten, wenn sie Klippfisch nicht auf mindestens 365 Weisen zubereiten kann. Den beiden fiel auf, dass die Portugiesen den „Bacalhau“ kaum als Fisch ansehen, denn von seiner Konsistenz her liegt er zwischen Fisch und Fleisch.

Exotisches für Nordnorweger

Die Köche des Fischrestaurants Arctandria haben die Inspirationen aufgegriffen und die Gerichte an den Geschmack der Nordnorweger angepasst. Heute wird hier pro Jahr 1 t Klippfisch verarbeitet.de r wird aber nicht nur hier, sondern auch im unter dem Restaurant befindlichen „Skarvens Pub“ serviert. Die eigene Kreation ist bei den Bewohnern von Tromsø außerordentlich beliebt – insbesondere bei jenen, die hungrig von der beleuchteten Loipe kommen.

www.skarven.no ist die Internetseite des Restaurants