Irgendwo in der wilden und zerklüfteten Landschaft um Narvik ist der Himmel immer wolkenlos und die Möglichkeit, das Nordlicht zu sehen, vielversprechend. Kommen Sie mit auf Nordlichtjagd in der Umgebung von Narvik. Tagsüber erkunden wir die reizvolle Landschaft mit ihrer dramatischen Geschichte.

Viele Mikroklimazonen

Die Landschaft um Narvik ist schon etwas verrückt. Direkt aus dem Ofotfjord erheben sich die Gipfel bis zu 1800 m hoch –wilder und zerklüfteter findet man es kaum anderswo in Norwegen. Nicht nur dass einem die Schönheit fast den Atem verschlägt, hier sind auch die Bedingungen für die Nordlichtjagd gut. Die Nordlichtjäger in Narvik verfolgen penibel Wetter und Windrichtung und finden so den Ort, wo klarer Himmel am wahrscheinlichsten ist. Kommen die Schneeböen aus dem Nordwesten, kann es in Skjomen klar sein. Bringt dahingegen der Südwind Wolken über die Stadt, kann es nördlich von Gratangsfjellet wolkenfrei sein. Und zieht aus dem Südwesten Tauwetter auf und lässt den Schnee vom Dach tröpfeln, ist vielleicht Schweden das richtige Stichwort. Bei Kaltluft aus dem Osten braucht man nicht weiter als bis zum Strand gleich außerhalb der Stadt zu fahren, um das Nordlicht über den Gipfeln auf der anderen Seite des Fjords zu bestaunen. Wer es lieber entspannter mag, kann die Samen in Njalasuoka besuchen, am Lagerfeuer im Zelt Kaffee trinken und nach dem Nordlicht weit oben über den Bergen Ausschau halten.

Der Wintersportort im Norden

Narvikfjellet heißt der Berg wo man Nordskandinaviens höchstgelegene Skianlage findet. Hier geht es von 1000 Metern bergab bis in das Stadtzentrum am Ofotfjord. Unter den Pisten und Loipen findet man alles, von familienfreundlichen Strecken bis zur schwärzesten Herausforderung. Viele kombinieren Narvikfjellet mit einem Ausflug zum schwedischen Wintersportort Riksgränsen, nur einige hundert Meter jenseits der schwedischen Grenze und nur eine Stunde ostwärts. Für die wirklich waghalsigen Bergabenteurer sind jedoch die wilden Gebirge der Region ideal zum Skitourengehen oder Freeriding.

Brennpunkt im 2. Weltkrieg

Narvik ist eine kleine Stadt mit einem großen Namen. Im April/Mai 1940 wurde in Narvik die erste große Schlacht des 2. Weltkriegs, in der Hitler seine erste Niederlage hinnehmen musste, ausgetragen. Hier kämpften Soldaten aus Deutschland, Österreich, Großbritannien, Frankreich und Polen. 2016 wird in Narvik das neue Kriegsgedenkmuseum, in dem diese dramatischen Ereignisse erzählt werden, eröffnet. Im Zentrum von Narvik steht auch ein Stein aus Hiroshima, ein Geschenk einer vom Krieg zerstörten Stadt an eine andere.

Kuchenschmaus und Sky-Bar

Das heutige Narvik ist eine lebendige Kleinstadt mit einem kompakten Stadtkern. Auf dem Marktplatz und in der Straße Kongens Gate, im Volksmund auch „Gate 1“ („Straße 1“) genannt, ist immer etwas los. Man sollte sich auf keinen Fall einen Besuch in der Fischhalle und der Bäckerei Myklevold, wo man „Rompostei“, einen lokalen Kuchenschmaus mit Marzipan und Rum-Creme bekommt, entgehen lassen. Das Nachtleben bietet alles: vom volkstümlichen „Narvikguten“ bis zu den eleganten Sky-Bars, von wo aus man auch das Nordlicht betrachten kann.

Die Ofot-Bahn

Der Bahnhof in Narvik ist der nördlichste Bahnhof in Westeuropa und aufgrund des Erzes aus den Bergwerken in Kiruna in Schweden ist die kurze Bahnstrecke bis zur schwedischen Grenze die wirtschaftlichste Norwegens. Vielleicht ist es auch die schönste Bahnstrecke Norwegens, denn auf der knapp eine Stunde dauernden Fahrt bis zur Grenze kann man den Blick auf zerklüftete Gebirge, Fjorde und verschneite Winterlandschaften genießen.

Begegnung mit den Wölfen

In Bardu, etwas mehr als eine Stunde nördlich von Narvik, fängt die Wildnis an. Der große See Altevatn friert im Winter so richtig zu, und dann kann man mit dem Schneemobil über das Eis in Richtung Schweden in den abseits gelegenen Nationalpark Rohkunborri fahren. Klingt das etwas zu abenteuerlich, kann man im Wildpark Polar Park, ausgerüstet mit Schuhspikes, an nordskandinavischen Tieren wie Elch, Rentier, Luchs und Vielfraß vorbeiwandern. Am spannendsten ist aber wohl das Wolfsrudel. Wie wäre es mit einer Übernachtung in einem Haus im Wolfsgehege oder einer Führung in das Gehege, bei der man sich sogar von den Wölfen mit einem Zungenkuss begrüßen lassen kann.

Auf Entdeckungsfahrt durch die Narvik-Region

In und um den Tysfjord, einem der tiefsten Fjorde Norwegens, leben viele Seeadler und Schwertwale. Hier können Sie unterhalb des Gipfels von Norwegens Nationalberg, dem 1392 Meter hohen, ambossförmigen Stetinden, an einer Natursafari teilnehmen. Das lulesamische Kulturzentrum Arran zeigt eine Ausstellung über die Lulesamen. Die Straße Richtung Schweden führt durch das Hochgebirge mit einzigartigen Skigebieten. Im Bootmuseum in Gratangen können Sie mehr über die traditionellen Boote der Region und den Bau von Holzbooten lernen.

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Visit Narvik, der örtliche Fremdenverkehrsverband, präsentiert Narvik und Umgebung ausführlich auf seiner Homepage.