Kjetil Skogli ist einer der erfahrensten Nordlichtjäger Nordnorwegens. Das Nordlichterlebnis war nicht mehr zu toppen als er die britische Diva Joanna Lumley zu einem fantastischen Nordlicht führte, dessen Übertragung von sechs Millionen Briten gesehen wurde. Nur wenige Nordnorweger haben mehr Erfahrung im Aufspüren des Nordlichtes als er.

Hinaus in die Winternacht

Man stelle sich vor sieben-acht Stunden in lautloser Dunkelheit in einer menschenleeren Landschaft 350 km nördlich des Polarkreises im Auto zu sitzen, um einen Schimmer des Nordlichtes zu sehen. Und man bekäme nicht mal eine Garantie dafür. Die Jagd nach dem Nordlicht in den Winternächten ist zu einer regelrechten Krankheit in Nordnorwegen geworden. Kjetil Skogli aus Tromsø war einer der ersten mit der Idee einer flexible Nordlichtjagd.

Mit BBC auf Tour

2008 war Kjetil Guide für BBC als diese zusammen mit dem britischen Filmstar Joanna Lumley auf Nordlichtjagd ging. Im frühen März wurde Joanna Lumley auf Spåkenes am Lyngenfjorden dabei gefilmt, wie sie ein fantastisches Nordlicht in grün, weiß, rosa und kräftigem violett betrachtete. Die Wirklichkeit übertraf dabei bei Weitem, was die Kamera einzufangen vermochte. Sogar Kjetil war beindruckt.

Joanna Lumley

„Joanna ist eine bemerkenswerte Person“ sagt Kjetil „ sie ist ein genau so großer Star wie Aurora. Dabei war sie kein bisschen versnobt. Sie trug ihre Koffer selbst und war freundlich zu den Menschen, die wir unterwegs trafen.“ Selbst nach 6 – 7 Stunden Scooterfahrt und Filmerei in Kautakaino waren Lächeln und Make -up an Ort und Stelle. „Das einer wie ich, das mit der Schminke bemerkte, will etwas heißen“ sagt Kjetil. „Es ist also kein Zufall, dass manche Leute Stars werden, sie haben das gewisse Etwas.“

Jagd nach dem Nordlicht

Zu diesem Zeitpunkt hatte Kjetil bereits seit ein paar Jahren Nordlichtouren für Touristen veranstaltet. Er hatte sich die Techniken der Nordlichtfotografie angeeignet und Erfahrungen darin gesammelt klaren Himmel zu finden um damit die Chancen auf das Nordlicht zu erhöhen. Als Joanna Lumley in England auf dem Bildschirm auftauchte war alles vorbereitet. „Wir, die zu diesem Programm beigetragen haben können stolz darauf sein. Für Nordnorwegen als Winterziel war dies nämlich von großer Bedeutung“ meint Kjetil.

Die Suche nach wolkenlosem Himmel

Die Idee dahinter ist Mobilität, also dorthin zu fahren, wo das Wetter am besten ist. Bei eisigem Ostwind ist das Wetter an der Küste oft glasklar, während es im Inland bewölkt ist. Liegt Regen über Tromsø , sind die trockenen Gebiete hinter den Lyngsalpen am besten geeignet. Kjetil sagt keine Touren ab. Selbst unter schlimmsten Wetterverhältnissen ist die Wolkendecke schon oft aufgerissen und hat die Sicht auf Aurora freigegeben. Es ist wichtig den Gästen die Chance zu geben so etwas zu erleben, auch wenn die Voraussetzungen dafür denkbar ungünstig sind.

Unermüdlich

„Wir starten um halb sieben und dann bleiben wir dran bis wir aufgeben müssen “ sagt Kjetil. In schönen Nordlichtnächten liefert er zufriedene und nordlichtsatte Touristen gegen halb eins im Hotel ab, während es in schwierigen Nächten bis drei Uhr oder länger dauern kann. An manchen Abenden werden nur 100 km, an schwierigen Abenden bis zu 400 km zurückgelegt. Doch Kjetil denkt nicht an Zeit und Entfernungen. Die Chance auf das Nordlicht ist alles was zählt.

Aurora in arktischer Landschaft

„Es ist wichtig einen passenden Ort mit schönem Vordergrund zu finden“ meint Kjetil. Fjorde, Inseln, Bergformationen - die Nordlichtbilder werden zusammen mit der nordnorwegischen Landschaft viel attraktiver. Kjetil hat lange Erfahrung darin Motive zu finden und versichert, dass er genauso enthusiastisch wird wie die Gäste, wenn  Aurora ihre Abendvorstellung gibt.

Auf Freiersfüßen

Was geschieht ,wenn das Nordlicht aufflammt? Die Leute reagieren sehr verschieden- von Jubeln,  über Schreien bis zur Sprachlosigkeit. Vom Nordlicht kann man schnell weiche Knie bekommen. Viele haben dabei um die Hand ihrer Liebsten angehalten und dies monatelang heimlich geplant. Bis jetzt haben alle „Ja“ gesagt, denn wie Kjetil betont:“ Wenn sie beim Anblick des Nordlichtes nicht ja sagt, dann hat es nicht sein sollen.“

Enttäuschung

Natürlich geht nicht immer alles glatt. In der Regel ist das Wetter zu unberechenbar, aber ab und an ist einfach kein Nordlicht zu sehen. Die Leute sind trotzdem überraschend selten enttäuscht. „Sie sehen ja, dass ich eifrig nach dem Nordlicht suche und sind dankbar für den Einsatz. Aber der Arbeitstag ist natürlich dann nicht genauso schön“ sagt Kjetil, „Die Erwartungen müssen auf ein akzeptables Niveau herab geschraubt werden. Gleichzeitig aber muss der Jagdeifer erhalten bleiben.“

Die Kamera sieht mehr als das Auge

Man kann über den Anblick des Nordlichtes auch enttäuscht sein, weil man nicht alle erwarteten Farben zu Gesicht bekommt. Möglicherweise hat man vorher im Internet tolle Bilder vom Nordlicht gesehen. Die Kameralinse jedoch fängt die Farben nachts besser ein als das menschliche Auge. Das Grün wird stärker und der rosarote Streifen, der für das bloße Auge kaum sichtbar ist wird deutlicher. Die Farben werden oft noch schärfer ,wenn die Bilder nachbearbeitet werden.

Individuelle Sicht

Wir Menschen haben nachts verschiedenes  Seevermögen. Manche sehen mehr Farben als  andere. Auch das Nordlicht ist oft unterschiedlich. Manchmal hat eine stärkere Farbsättigung, ein anderes mal eine schwächere.

Das Leben unterwegs

„Egal, ob gute oder schlechte Verhältnisse , ich versuche immer eine ordentliche Tour daraus zu machen“ sagt Kjetil, „Oft machen wir Lagerfeuer und ich habe Kaffe, Tee und Kekse dabei. Ist das Wetter gut und die Gruppe fit, dann hole ich die Schneeschuhe hervor. Während wir warten erzähle ich gerne etwas über Entstehung und Mythen des Nordlichtes  und über das Leben in Nordnorwegen. All das dient natürlich hauptsächlich dazu die Zeit zu verkürzen. Einen klaren Himmel zu finden und dadurch das Nordlicht zu sehen ist natürlich die Hauptsache.

Kameraeinstellungen

Kjetil ist ein geschickter Nordlichtfotograf. Unterwegs spricht er gerne mit den Gästen über die vielfältigen Kameraeinstellungen. „Ich glaube, ich habe die meisten Kameramodelle , die es gibt ausprobiert. Das Lächeln der Gäste , wenn sie ihr erstes Nordlichtbild im Kameradisplay sehen, ist unbezahlbar.“

Mehr lesen