Im klirrend kalten, trockenen Karasjok bestehen gute Chancen, das Polarlicht zu sehen –vor allem bei einer Schneeschuhtour auf den heiligen Berg Halde mit weitem Blick über die Finnmarksvidda.

Das Polarlicht will verdient sein

Wer einen Blick auf das Farbspektakel am Himmel erhaschen möchte, muss hinaus in die Kälte. Dort empfiehlt es sich ohnehin, den Körper mit Hilfe von Bewegung warm zu halten. Deshalb lädt die Organisation ‚Turgleder’ in Karasjok zu einer Polarlichtwanderung auf den Gipfel des Halde ein, der einen weiten Blick über die Finnmarksvidda gewährt. 

Schneeschuhe

Schneeschuhe erfordern keine speziellen Vorkenntnisse – wer laufen kann, kann dies in der Regel auch mit Schneeschuhen. Der größte Teil der Tour verläuft durch leichtes Gelände im Kiefernwald, den es um Karasjok zuhauf gibt, und gegen Ende überschreitet man die Baumgrenze. Die Steigung des Berges ist nicht gerade Schwindel erregend – man „erklimmt“ auf den eineinhalb Kilometern zum Gipfel, der auf 347 Metern liegt, etwa 130 Höhenmeter. In gemächlichem Tempo dauert die Tour einfach etwa 1,5 Stunden. Sie eignet sich somit für nahezu jeden.

Von der Küste bis nach Finnland

In klaren Mondnächten überblickt man vom Gipfel die gesamte Finnmarksvidda. Nach Westen hin breitet sich die Tundra aus, in Richtung Norden erheben sich die tausend Meter hohen Gaissene und zwischen den Gipfeln kann man bis zur Küste hindurchspähen. Nach Südosten hin reicht der Blick bis weit nach Finnland hinein, bis zum Hügelland Saariselkä. Vor diesem Panorama zünden wir ein Feuer an, kochen Kaffee und genießen beim gemütlichen Plausch die perfekte Lagerfeuerromantik.

Interpretationen

Der Berg Halde ist im samischen Volksglauben ein ‚Sieidi’, ein heiliger Ort. Unsere Führerin Liv nutzt daher die Gelegenheit, vom Polarlicht in der samischen Religion und im norwegischen Volksglauben zu erzählen. Auch die wissenschaftliche Seite kommt nicht zu kurz – Aurora borealis hat ihren Ursprung an der Sonnenoberfläche und wird in den obersten Schichten der Atmosphäre, 100 Kilometer über uns, ausgelöst. 

Optimale Bedingungen

Die tanzenden Irrwische müssen nicht zwingend dann auftauchen, wenn man am Gipfel steht, sie können uns ebenso beim Auf- oder Abstieg überraschen. Sollte es bei Wanderungsbeginn schneien, kann das Wetter trotzdem durchaus aufklaren. Wichtig ist, sich so lange wie möglich unter freiem Himmel aufzuhalten. Karasjok bietet das optimale Klima für die Beobachtung des Phänomens, denn aufgrund der geringen Niederschläge bestehen gute Chancen auf klares Wetter. Die Region gehört zwar zu den kältesten des Landes, bei geeigneter Kleidung spürt man die Kälte jedoch kaum. Die Tour findet zwischen 20 und 24 Uhr statt, da die Möglichkeit, einen Blick auf das mystische Himmelsereignis zu erhaschen, in dieser Zeit am größten ist. Auch wenn niemand ein Polarlicht garantieren kann – sobald es in Erscheinung tritt, werden Sie keinen einzigen der grünen Lichtschimmer verpassen wollen!

Nähere Informationen

Auf www.turgleder.com, der Internetseite von Turgleder in Karasjok, finden Sie eine breite Auswahl an Touren.