Die malerische Festungsanlage Vardøhus aus dem 18. Jahrhundert am östlichsten Punkt Norwegens jagt niemandem Angst ein. Es wurde ja auch nie zwischen Norwegen und Russland Krieg geführt.

Sternförmige Schanze

Die Festung Vardøhus wurde von 1734-38 von 40 Soldaten aus Bergen gebaut. Die sternförmige Schanze wurde der Kunst des Festungsbaus im 18. Jahrhundert entsprechend errichtet, mit niedrigen Festungswällen, die Kanonen trotzen sollten. Im Inneren der Festungsanlage liegt eine Ansammlung historischer Holzhäuser aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert.

Die 3. Festung

Bereits 1307 wurde die erste Festung auf Vardøya von Håkon V. Magnusson errichtet, um die norwegische Herrschaft hier im äußersten Nordosten zu sichern. Im Mittelalter hatten sowohl Schweden als auch die Republik Novgorod Interessen an der Barentsee, daher war es wichtig, die norwegische Souveränität deutlich zu machen. Eine neue Festung wurde irgendwann im 15. Jahrhundert angelegt. Im 17. Jahrhundert war diese Festung Ausgangpunkt der zahlreichen Hexenprozesse in Vardø, und die vermeintlichen Hexen wurden in dieser Festung inhaftiert.

Friedlich

Die Festung wurde mit Blick auf die Nachbarschaft zu Russland angelegt. Es ist jedoch nicht bekannt, dass die Russen die Festung jemals angegriffen hätten. Demgegenüber wurde mit den Kanonen während der Festlandblockade 1808 auf die Engländer und im Juni 1940 auf deutsche Flugzeuge geschossen.

Der Königsbalken

Ein kleines Regionalmuseum wurde in der Küstenbaracke von 1811 eingerichtet. Die Kostbarkeit hier drinnen ist der Königsbalken, in den Christian IV. bei seinem Besuch 1599 seine Initialen ritzte. Alle späteren Besuche von Königen, von Oskar I. bis König Harald V. sind hier eingeritzt.

Eberesche

Vardø ist Norwegens einzige Stadt in der Klimazone der Arktis. In den 1950er Jahren wurde vor dem Haus des Kommandanten eine Eberesche gepflanzt, und dieser Baum war als der einzige Baum von Vardø berühmt. Jeden Winter wurde er eingepackt und gut gepflegt. Inzwischen musste er nach umfangreichen Winterschäden 2002 gefällt werden. Kindergartenkinder haben 2004 jedoch eine neue Eberesche gepflanzt. Die Eberesche hat jetzt von einigen strauchartigen Ebereschen ringsum in den Gärten Gesellschaft bekommen, damit sie nicht ganz alleine ist.

Salutschüsse für die Sonne

Ende Januar, wenn die ganze Sonnenscheibe über dem Varangerfjord im Süden zu sehen ist, salutiert die Festung der Sonne mit zwei Schüssen. Dann haben die Schulkinder in Vardø für den Rest des Tages frei.

Die Venuspassage

Von 1768-69 hielt sich der ungarische Jesuitenpater Maximilian Hell auf Vardøhus auf, um die Venuspassage zu sehen. Nach einem Winter mit Untersuchungen des Nordlichts und Studium der samischen Sprache beobachtete der Pater die Venuspassage bei gutem Wetter am 3. Juni, dies trug dazu bei, die Entfernung zwischen der Erde und der Sonne exakt zu bestimmen. Nichts ist von seinem Observatorium übrig geblieben, die Stelle ist jedoch mit einem Gedenkstein markiert.