Seit über 750 Jahren spiegelt sich die aufragende, weiße Kirche von Trondenes im Vågsfjord. Den Menschen in der Gegend von Harstad hat sie Schutz geboten, nicht nur im geistigen Sinne, sondern auch rein physisch.

Eine gotische Wehrkirche

Die Kirche von Trondenes wurde vermutlich im 13. Jahrhundert errichtet, auch wenn manche Leute meinen, dass sie erst im 15. Jahrhundert gebaut wurde. Es kann sein, dass sie in mehreren Etappen gebaut wurde. Die Türportale haben gotische Spitzbögen und Verzierungen. Dennoch wirkt die Kirche mit ihren dicken Mauern wuchtig, weil sie auch als Verteidigungsanlage dienen sollte. Die schmalen Fenster liegen weit oben an der Wand, sie sollten in Notsituationen auch als Schießscharten dienen. Ab dem 13. Jahrhundert bis zum Ende des 15. Jahrhunderts war Nordnorwegen Raubzügen seitens der Karelier, einem finnischsprachigen Volksstamm, der mit der Republik Novgorod verbündet war, ausgesetzt. Die Königsmacht war weit entfernt, hier musste man sich also selbst verteidigen.

Reste einer farbenprächtigen Innenausstattung

Die Kirche hat eine reiche Innenausstattung mit vielen Details. Die Innenausstattung ist aber dennoch schlicht im Vergleich zu dem, wie sie zur Zeit der Reformation ausgesehen haben muss. Im Chor befinden sich Reste der Kalkmalereien, die womöglich die ganze Kirche geschmückt haben, die jedoch nach der Reformation überstrichen wurden. Drei von ursprünglich neun Altären sind in der Kirche erhalten. Die Chorschranke und die Kanzel sind aus üppigem Rokoko von 1792, und sie sind mit einem Stundenglas ausgestattet. Wenn der Sand durchgelaufen war musste der Priester die Predigt beenden. Im 18. Jahrhundert neigten die Priester anscheinend dazu, die Predigt hinauszuziehen. Die Orgel stammt von 1790 und ist eine der ältesten in Nordnorwegen. Auf der Innenseite der Nordtür hängt eine Elle, für den Fall das die Leute nachsehen mussten, wie lang eine Elle wirklich ist.

Kunstschatz

Die Schmuckstücke der Kirche sind die drei Flügelaltäre aus dem Spätmittelalter, und der in der Mitte ist der größte Schatz der Kirche. Er wurde von dem deutschen Künstler Bernt Notke geschnitzt. Bernt Notke schuf in Lübeck Flügelaltäre für die ganze hanseatische Welt und zu den berühmtesten Werken gehören die Statue des Hl. Georg und des Drachen in der Storkyrkan-Kirche in Stockholm und der Altar „Der Totentanz“ in der St. Nikolai-Kirche in Tallinn. Wie fand Kunst von solch einer Qualität den Weg bis hinauf nach Trondenes? Die Antwort liegt wohl im Handel mit dem Stockfisch und in dem Reichtum, den er entlang der nordnorwegischen Küste entstehen ließ.

Eine historische Umgebung

Die Mauern des Friedhofs sind noch älter als die Kirche, sie stammen aus dem 12. Jahrhundert und sollten wohl eine frühere, am selben Ort befindliche Stabkirche vor Angriffen aus dem Norden und Osten schützen. Oberhalb der Kirche liegt der Binnensee Laugen, in dem die ersten Christen in dem Gebiet im 11. Jahrhundert getauft wurden. Oben auf dem Hügel liegt die Festung von Trondenes mit der Adolfkanone aus dem 2. Weltkrieg. Doch das ist eine andere Geschichte…

Über Harstad

Die Kirche befindet sich gleich ausserhalb der Stadt Harstad. Für weitere Informationen Sie seite www.destinationharstad.com