1000 Km mit 14 Hunden und das fünf – sechs Tage lang durch die winterliche Finnmark! 146 Gespanne und mehr als 1500 Hunde nehmen an dieser Kraftprüfung und dem Volksfest auf Europas Dach teil - dem Finnmarksrennen.

1000 km

Das Finnmarksrennen findet jährlich der zweiten Märzwoche  statt. Dann starten rundt 150 Hundegespanne. Die Hälfte davon wird 1000 km zurücklegen, die andere Hälfte 500 km. Das Rennen startet in Alta, durchquert die Finnmark bis Kirkenes und endet wieder in Alta. Es ist das längste Hunderennen Europas und das nördlichste Hunderennen der Welt.

Kein Stop

Das Finnmarksrennen hat keine Etappen. Ohne Pause geht es vom Start zum Ziel. Natürlich werden obligatorische Ruhepausen eingelegt und zwar wenn die Gespanne einen bestimmten Kontrollpunkt erreicht haben. Deshalb gibt es immer Gespanne, die unterwegs sind. Der Gewinner braucht rund 5 Tage und 10 Stunden unter den günstigsten Wetterbedingungen. Die letzten kommen nach etwa 7 Tagen ins Ziel.

Die beste Zeit des Winters

Die zweite Märzwoche ist eine optimale Zeit sich in der Finnmark draußen aufzuhalten. Das Wetter ist stabil und die Temperaturen beginnen zu steigen. Der Kälterekord liegt zwar bei – 44°C, meistens aber liegen die Tagestemperaturen bei ein paar wenigen, angenehmen Minusgraden. Nachts kann es etwas bissiger werden. Auch Schneestürme können vorkommen. So spät im Winter sind sie jedoch selten. Das Gelände in der Finnmark ist wie geschaffen für Hunderennen -  mit schmalen Hängen, flachen Hochebenen und waldbedeckten Tälern. Hier können die Hunde richtig in Fahrt kommen.

10 000 Kalorien

Die Alaskahuskies sind Hunde mit besonderen Eigenschaften. Es gibt außer ihnen kein Tier, dass einen Menschen so schnell über so weite Strecken transportieren kann. Ein 25 kg schwerer Husky nimmt täglich etwa  10 000 Kalorien zu sich, ein Mann dagegen nur etwa  2500. Das 500 km-Rennen wird mit 8 Hunden gefahren, für das  1000 km- Rennen braucht man 14 Tiere.

Fröhliche Hunde

Keiner läuft einen Marathon ohne es zu wollen. Das gilt auch für die Alaskahunde. Sie sind mental darauf eingestellt zu rennen. Der Riemen, der sie an das Gespann bindet ist nämlich immer stramm. Wenn er durchhängt versteht der Hundeführer, dass etwas nicht stimmt. Dann dürfen diese Hunde unter einer  Decke  im Schlitten mitfahren bis zum nächsten Kontrollpunkt.

Gesundheitscheck

Insgesamt 11 Tierärzte führen die Gesundheitskontrolle der Hunde durch. Hunde, die nicht mehr laufen sollten scheiden aus. Sind zu wenig Hunde übrig, muss verhandelt werden. Es gibt sozusagen keine Uneinigkeiten zwischen den Tierärzten und den Hundeführern, denn die Hundeführer passen genau auf wie es ihren vierbeinigen Kameraden geht.

17 Nationen

Die 140 Gespanne verteilen sich auf imponierende  17 Nationen. Sowohl Katalonien, die Slowakei, die Vereinigten Staaten, Italien als auch Schottland sind repräsentiert. Aber die große Mehrheit kommt aus den nordischen Ländern. Die Hundefahrer haben oft das Hundeleben als Lebensstil gewählt - mit Füttern, Training und vielen Kuscheleinheiten für die Hunde. Nur die allerbesten schaffen es Sponsoren zu bekommen. Leidenschaft ist also die Hauptmotivation.

Publikumsfreundlich

Nicht nur am Start und im Ziel in Alta sammeln sich die Zuschauer. Die Einheimischen stehen an der ganzen Strecke und feuern die Gespanne an. Mit anderen Worten: halb Finnmark ist auf den Beinen. Ein Hunderennen ist ja auch publikumsfreundlicher als beispielsweise die Tour de France, wo das ganze Feld innerhalb von ein paar Minuten durchfährt. Beim Finnmarksrennen verteilt sich das Feld auf mehrere Stunden und alles geht in einem überschaubaren Tempo vor sich.

Volksfest

Scene Finnmark arrangiert Konzerte mit lokalen Talenten, am liebsten mit vielversprechenden, jungen Leuten. Die Musikspanne reicht von Joik bis Rap. Wintermärkte mit Leckereien und Duoddji, (samischem Handwerk) sowie dampfend heißem Bidos heben die Stimmung noch mehr.  Das Volksfest wird jedes Jahr besser.

Medieninteresse

Das Finnmarksrennen ist inzwischen eine Medienereignis geworden. 2011 sendete der NRK insgesamt 3,5 h vom Rennen und jede der 5 Sendungen  hatte durchschnittlich 425 000 Zuschauer. 2011 konnte die Internetseite  des Finnmarksrennens 57  Millionen Klicks verzeichnen.

Finnmarksurlaub und Finnmarksrennen

Die zweite Märzwoche ist eine gute Zeit um den Winter in der Finnmark zu erleben. Dicht an der Frühlingstagundnachtgleiche sind die Aktivitäten des Nordlichtes am größten, das Wetter ist stabil und schön und die Tagestemperaturen sind überraschend mild.  Sowohl als Zuschauer des Rennens, als Teilnehmer der Kulturveranstaltungen, als Wintermarketender oder bei eigenen Aktivitäten kann man sich lange im Freien aufhalten. Sie können einen auch selbst  Hundeschlitten fahren, denn vielerorts werden lange und kurze Touren angeboten. Auch Scootertouren sind beliebt und in der Ostfinnmark können Sie am Königskrabbenfischen teilnehmen.

Lesen Sie mehr

Lesen Sie mehr auf der Internetseite des Finnmarkrennens. www.finnmarkslopet.no. www.visitalta.no