Die neue Rabothütte verblüfft durch ihre kühne, moderne Gebäudesilhouette, die mit den Gipfeln des Bergmassivs Okstindan auf eigenartig harmonische Weise im Wettstreit zu liegen scheint.

Skulpturale Architektur

Nach einem zwei- bis dreistündigem Marsch aus dem Leirskartal über 500 Höhenmeter taucht unvermittelt die Rabothütte vor den elf bis zu 1916 Meter hohen Gipfeln des Okstindan auf. Ihre Dachlandschaft vermittelt den Eindruck, es seien – je nach Perspektive – mindestens zwei weitere, nicht weniger markante Gipfel hinzugekommen, während der Grauton der Holzfassade das Gebäude mit der Fels- und Gerölllandschaft verschmelzen lässt. Somit ist hier das Kunststück gelungen, die Landschaft auf harmonische Weise architektonisch zu bereichern.

Landschaft gleitet ins Innere

In der Hütte sitzt man gleichsam mitten in der Landschaft: Große Panoramafenster im Wohnzimmer erlauben an guten Tagen den Blick bis zu den markanten Silhouetten von Dønnamannen und Tomma und großen Teilen des Inselparadieses Helgeland. Die Mahlzeiten nimmt man nahe des Gletschers Okstindbreen ein, gleich dahinter erheben sich die Gipfel des Okstindan. Wände, Böden und Decken, die lange Sofabank und das übrige Mobiliar sind zurückhaltend und in neutralen Farben gehalten – denn hier spielt die Zivilisation eine untergeordnete Rolle. In der Rabothütte ist man Teil der Natur, mitten im Gebirge, und genießt zugleich ein wärmendes, Sicherheit bietendes Dach über dem Kopf.

Ehemaliger Zeltplatz

Auf einer Hochfläche in 1200 Meter Höhe direkt am Okstindbreen pflegten Bergsteiger im Zelt zu übernachten, um anderntags den Gletscher zu besteigen. Die Abteilung Hemnes des Norwegischen Wandervereins DNT machte Nägel mit Köpfen und verwirklichte an diesem schönen Ort, als Ersatz für die einfache Steinhütte weiter unten im Tal, ihr zukunftsweisendes Hüttenprojekt mit Unterstützung der Gemeinde, der lokalen Wirtschaft und zahlreicher Ehrenamtlicher. Namenspatron wurde Charles Rabot, der französische Geograf und Bergsteiger, der Ende des 19. Jahrhunderts die Gipfel des Okstindan bezwang.

Hütte Nummer 500

Gemäß dem Wunsch des Wandervereins Hemnes sollte die Hütte zu ihrer Umgebung in Beziehung treten und zugleich selbst ein attraktives Ziel darstellen. Zwei der renommiertesten Architekturbüros Norwegens, Snøhetta und Jarmund Vigsnæs, wurden gebeten, Entwürfe abzugeben. Letzteres überzeugte die Aktivisten vor Ort am meisten und die Rabothütte wurde schließlich als 500. Hütte dem landesweit tätigen Norwegischen Wanderverein angeschlossen.

Klima-angepasst, wartungsfrei, lokal

Eine der Planungsanforderungen war, die Landschaft nicht auszusperren, sondern gleichsam in die Hütte hinein zu ziehen. Große Panoramafenster sind allerdings empfindlich, weshalb die Glasflächen – von einem lokalen Hersteller gespendet – aus verstärktem Material bestehen, um bei Sturm umherfliegenden Gegenständen standzuhalten. Zudem sollte das Gebäude 50 Jahre lang wartungsfrei sein - so verzichtete man auf jegliche Oberflächenbehandlung der Holzverkleidung, die aus heimischen Fichten besteht. Diese ergraut nun mit den Jahren, wobei der Grauton je nach Wetter und Feuchtigkeit variiert.  

Sicher, geräumig, autark

Die Größe der Hütte ist für eine Schulklasse bemessen, denn man wollte einen Lernraum schaffen für Naturerlebnis und Klassengemeinschaft, Geografie und Naturwissenschaften. Halten sich nur wenige Menschen in der Hütte auf, kann der größte Teil abgeschlossen werden und man braucht nur ein Drittel der Fläche zu beheizen. Aufgrund der rauen Wetterbedingungen ist es manchmal nicht ungefährlich, nach draußen zu gehen, weshalb sich das Holzlager und die Sanitäranlagen mit modernen Bio-WCs im Hauptgebäude befinden. Solarzellen und Windkraftgenerator sorgen für eine eigenständige 230-Volt-Stromversorgung. Die gesamte Hütte ist nur 150 Quadratmeter groß – jeglicher Platz ist gut genutzt, unnötige Gangflächen gibt es hier nicht.

Besuch der Rabothütte

Die Rabothütte, eine von vier Hütten im Okstindmassiv, gehört zum Hüttennetz des Norwegischen Wandervereins (DNT). Zur Nutzung benötigt man einen DNT-Schlüssel, in der Hochsaison sind jedoch auch ehrenamtliche DNT-Mitglieder zur Betreuung vor Ort. Für die nötigen Lebensmittel muss man selbst sorgen, außer einem sporadischen Waffelverkauf gibt es keinerlei Bewirtung. Schulklassen und größere Gruppen müssen vorbestellen, Paare und Kleingruppen können auch unangemeldet kommen. Die Hütte ist auch bei Tagestouristen sehr beliebt, der Tagesaufenthalt ist gegen eine kleine Gebühr möglich. Mit einer Übernachtung lassen sich herrliche Touren im Okstindan kombinieren.

Nähere Informationen

  • Die Rabothütte hat eine eigene Internetseite.
  • Eine Webcam nimmt alle fünf Minuten Bilder von der Rabothütte auf.
  • Die Internetseiten des Norwegischen Wandervereins DNT bieten viele nützliche Toureninformationen für ganz Norwegen.
  • Auch die lokale Abteilung Hemnes des DNT hat eine eigene Homepage.
  • Die Gemeinde Hemnes informiert über alle anderen Ziele und Aktivitätsmöglichkeiten in der Gemeinde.
  • Der Tourismusverband Helgeland Reiseliv informiert über die gesamte Region Helgeland.