Tagelang allein auf einer einsamen Insel die Seele baumeln lassen – wer träumt nicht davon? Am äußersten Rande des Archipels der Vesterålen können Sie diesen Traum in Ihrem eigenen Leuchtturm wahr werden lassen. Hier kann Sie allenfalls ein gewaltiger Sturm oder ein sprühendes Nordlicht aus den Gedanken reißen.

Weit draußen im Atlantik

Der Leuchtturm auf der „Kleinen Insel“, wie Litløy ins Deutsche übersetzt heißt, ist der äußerste Außenposten der Vesterålen. Um dorthin zu gelangen, legt man die Strecke über das offene Meer in einem offenen Boot zurück und steigt anschließend 300 Stufen vom Strand zum Leuchtturm hinauf. Man ahnt es schon: Dieses Reiseziel richtet sich an Menschen, die Ruhe und Entspannung suchen.

Ehemaliges Fischerdorf

Der Leuchtturm Litløy wurde 1912 in Betrieb genommen und war bis 2003 bemannt. Auf der kleinen Insel befand sich bis zum 2. Weltkrieg ein betriebsames Fischerdorf – aus dem Jahr 1890 wird berichtet, dass 890 Saisonfischer die Insel bevölkerten. Nach dem Krieg verlor der Standort jedoch wirtschaftlich an Bedeutung und in den 1950er Jahren verließen die letzten Fischer die Insel. Heute erkennt man nur noch die Grundmauern der Häuser, außerdem einige eisenzeitliche Gräber sowie Grabhügel aus der Steinzeit, die sich auf einem kulturgeschichtlichen Pfad erkunden lassen.

Freier Blick auf das Nordlicht

Auf Litløy bestehen die Aktivitäten des Tages im Wesentlichen darin, durchzuatmen und die Sinneseindrücke zu genießen. Der Blick ruht auf dem Meer, den Bergen und bei Dunkelheit auf den winzigen Lichtern ferner Siedlungen. Doch mit einem Mal kommt Bewegung in die Szenerie: Ein mystisch grünes, flackerndes Leuchten taucht am Nordwesthimmel auf. Steht jetzt die Kamera auf dem Stativ bereit, fängt sie die tanzenden Strahlen des Nordlichts über der schwarzen Silhouette der Gaukvær-Insel in einem grandiosen Filmdokument ein.

Sturmtheater

Fegt ein Unwetter den Golfstrom entlang, ist der Leuchtturm ein sicherer Logenplatz im Auge des Sturms. Dann erlebt man die Spezialeffekte des Atlantiks hautnah – behaglich am offenen Kamin sitzend mit einer Tasse heißen Tee in der Hand. Doch richtig kalt wird es auch draußen kaum: Die Temperaturen auf Litløya fallen selbst im Winter allenfalls gelegentlich unter den Gefrierpunkt und nur selten fällt Schnee.

Winterstimmung

Einige Winterwochen lang lässt sich die Sonne überhaupt nicht über dem Horizont blicken. Sie zaubert jedoch mitten am Tag ein Farbenspiel von Gold über Zartrosa bis hin zu Tiefblau über den südlichen Horizont. Nach Weihnachten beginnt in der Fischerei die Wintersaison - dann kreuzen die zahlreichen Boote zuweilen direkt vor den Strandfelsen von Litløy.

Sommerfreuden

Die freie Sicht nach Norden ermöglicht zwischen Mitte Mai und Ende Juli den direkten Blick auf die Mitternachtssonne. Die hellen Sommernächte laden zum Grillen ein – der Grillplatz befindet sich auf einem fantastischen Aussichtspunkt hoch über dem Meer! Oder man mietet ein Boot und rudert ein wenig hinaus, um Köhler zu fangen. Im Kajak lässt sich die Tierwelt hautnah erleben: Seeadler, Papageientaucher, Kormorane und Basstölpel nisten in der Umgebung und auch Pottwale und Robben sind häufig zu sehen. Mit dem Boot erreicht man auch leicht den Anstieg zur 300 Meter hohen Insel Gaukværøy oder die kleinen Nachbarinseln, auf denen die Basstölpelkolonien brüten.

Zimmer mit Großbild-Leinwand

Die Panoramafenster mit Blick auf die Berge der nördlichen Lofoten bilden einen wesentlichen Bestandteil der Raumarchitektur. Ein in hellen Tönen gehaltenes, klares und neutrales Innendesign versetzt den Gast in einen Zustand der Ruhe und Entspannung. Nur im Salon wird die Schlichtheit unterbrochen: Hier regt eine kleine, jährlich wechselnde Ausstellung von Werken einheimischer Künstler zur Auseinandersetzung mit der regionalen Kultur an.

Speisekarte der Natur

Ein Aufenthalt im Leuchtturm Litløy beinhaltet auch die Verpflegung. Frischer Fisch von den Vesterålen, gewürzt mit selbstgezogenen Kräutern, selbst gefangene Krabben, Brennessel-Pie aus „Unkräutern“ der Insel und Beeren oder Rhabarber aus dem eigenen Garten zum Dessert: das frisch zubereitete, ökologische Menü zeugt von den Schätzen, die die Natur am Rande der Zivilisation zu bieten hat.

Wohnen im Leuchtturm Litløy

Im Leuchtturm Litløy verbringt man in der Regel zwei bis drei Tage, meist im Rahmen einer größeren, ereignisreichen Reise durch den Archipel. Neben dem Aufenthalt kann man den Transfer zur Insel, das Essen oder einen Bootsausflug buchen. Ein Herbst- oder Wintersturm kann die An- oder Abreise verzögern, daher ist zwischen September und März ein wenig Flexibilität, etwa in Form offener Flugtickets, von Vorteil.

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