Wenn Sie sich einmal dafür entschieden haben nach Nordnorwegen zu verreisen, können Sie es auch auf Spitze treiben: Ziehen Sie sich Unterwäsche und Mütze an, kriechen Sie in einen Schlafsack und schlafen Sie wie ein Engel in einem Zimmer aus Schnee. In Sorrisniva liegt nämlich das 2500 m2 große Igluhotel. Außerdem sitzen Sie, so nahe an der Polarlichtstadt Alta, in der ersten Reihe wenn Sie das Nordlicht sehen wollen.

Eisarchitektur

Nach Weihnachten beginnen die Arbeiten. 250 Tonnen Eis werden mit Motorsäge und Spezialausrüstung aus dem Sierasee einen halben Kilometer von Sorrisniva herausgeschnitten. Dann wird es in großen Blöcken nach Sorrisniva gebracht und zu Möbeln und Skulpturen verarbeitet. Die Konstruktion an sich wird aus mit Wasser besprühtem, hartgepresstem Schnee hergestellt. Friert das Wasser dann zu Eis wird das Ganze stabil.

Lokales Werk

Kaja Antonsen aus Sorrisniva erzählt, dass das Gebäude anfangs als einfache Konstruktion mit sechs kleinen Zimmern errichtet wurde. Es entwickelte sich im Laufe der Zeit zur heutigen Anlage mit 30 Zimmern, Bar, Kapelle, Galerie und großen Gemeinschaftsräumen. Die Gesamtfläche beträgt 2500 m2. Die Eigentümer und Angestellten funktionieren als Eiszimmerleute – alle sind dabei wenn das Schneehotel gebaut wird, der Chefkoch beispielsweise ist gleichzeitig der Hauptskulpteur. Wenn Gäste wissen möchten wie das Ganze entsteht bekommen sie sachkundige Information.

Thema des Jahres

Jedes Jahr wird das Eishotel zu einem bestimmten Thema herausgeputzt. Bis jetzt gab es Themen wie samische Kultur, Wikinger, der Altafluss oder wie letztes Jahr, das Leben in der Arktis. Bar, Galerie und Gemeinschaftsräume bekommen dann eine einheitliche Dekoration zum gewählten Thema. Das Eishotel ist von 15. Januar bis 1. April geöffnet. Das ist die Zeit, in der die Temperaturen in Alta unter dem Gefrierpunkt liegen.

Eine echte Bar aus Eis

Eisbars sind eigentlich hippe Großstadtdinge, die Eisbar in Sorrisniva dagegen braucht keine künstlichen Gefriermethoden und ist somit eine umweltfreundliche und echte Eisbar. Der Bartisch besteht aus soliden Eisblöcken, gerne zum Thema des Jahres geformt, auf dem Getränken in Eisgläsern serviert werden. Damit spart man sich den Aufwasch…Natürlich wird hier hochprozentiges serviert, ansonsten würde das Getränk gefrieren. Trotzdem macht das keine Probleme, die meisten begnügen sich bei diesen Temperaturen mit einem Drink..

Die Kapelle

Es ist eine richtige Kapelle, die mit Eisengeln und Eiskruzifixe verzieren ist und jedes Jahr vom Bischof eingeweiht wird. Rund 20 Paare werden hier jährlich vom lokalen Pfarrer getraut.

Die Eisgallerie

Jedes Jahr wird ein Künstler eingeladen hier auszustellen. Die Bilder werden auf ein Transparent kopiert und an einer 3 cm dicken Eisplatte befestigt, die Platte funktioniert als Rahmen in dem die Bilder präsentiert werden.

Übernachtung im Iglu

In einem Iglu zu übernachten ist nicht so kalt wie man glaubt. Kaja Antonsen empfiehlt Wollunterwäsche, eine lange Unterhose und ein langärmliches Oberteil. Eine gute Wollmütze ist auch von Nutzen, da der Kopf aus dem Schlafsack lugt. Ansonsten sollte man nicht zu viel anziehen. Die Schlafsäcke halt bis zu – 30 Grad aus und die Innentemperatur des Megaiglus beträgt etwa -4 bis -7 Grad. Draußen dagegen können es schon mal – 35 Grad werden.

Gut schlafen

Alle, die ins Igluhotel kommen schlafen gut. Eine 75 jährige Großstadtdame musste eines Morgens gegen neun Uhr geweckt werden und war selbst sehr überrascht darüber. Zuhause schlief sie nämlich nie länger als bis um fünf. Niemand hat bis an Klaustrophobie gelitten und die dicken Schneewände sind so schalldicht, dass es fast still ist. Die Brautpaare schlafen selbstverständlich in der Hochzeitssuite, wo ein Doppelschlafsack für sie bereit liegt. So warm wie sie hat es dann wohl niemand.

Nordlichtiglu

Die Nordlichtstadt Alta hat ein trockenes, stabiles Winterklima mit hoher Nordlichthäufigkeit. Sorrisniva liegt weit vor der Stadt, so wird die Aussicht auf das Nordlicht kaum von anderen Lichtquellen gestört. Die Nordlichtjäger können an einer Hundeschlittentour auf dem gefrorenen Altafluss oder früh am Abend an einem Scooterausflug in die Hügel- und Berglandschaft um Sorrisniva teilnehmen. Wenn das Nordlicht mitten im Nachtisch auftaucht kann man sogar ruhigen Gewissens den Restauranttisch verlassen. Den Abend lässt man in einem Blubberbad ausklingen. Somit ist man den ganzen Abend im Freien und sieht was am Himmel vor sich geht.

Das Restaurant

Sorrisniva ist eines der besseren Restaurants der Westfinnmark und der Chefkoch serviert was die Natur der Umgebung zu bieten hat. Im Winter ist der Fisch am besten, frischer Dorsch aus dem Altafjord ist also ein Renner. Das Rentierfleisch wird das ganze Jahre serviert, während Lamm meist im Herbst auf der Speisekarte steht. Der Koch bespricht das Menü mit den Gästen wenn sie kommen.

Mehr zu lesen

Der Homepage von www.sorrisniva.no hat alle Details über sowohl Übernachtung als auch Aktivitäten und Iglucuisine. Für Touristeninformation über Alta: www.visitalta.no