Wir sind draußen auf dem Meer, um die Reusen heraufzuziehen. Plötzlich ist das ganze Deck mit riesigen, hässlichen Krabben übersäht. Fototermin mit der Königskrabbe, anschließend wird zum Krabbenfest geladen. Fantastisch!

Neuankömmling

Die Königskrabbe ist in Norwegen ein Neuankömmling. Eigentlich stammt sie aus dem nördlichen Pazifik und wurde früher Kamtschatkakrabbe genannt, nach der Halbinsel an der Ostküste Sibiriens. In den 1960-Jahren setzten sowjetische Biologen die Krabbe im Murmanskfjord aus. Der Krabbe gefiel es dort ausgezeichnet und 1977 wurde schließlich die erste Königskrabbe in norwegischen Gewässern entdeckt, direkt westlich der Grenze. Seitdem verbreitet sie sich in Richtung Westen und ist nun auch vor der westlichen Finnmark und in Troms anzutreffen. Östlich des Nordkaps ist der Bestand jedoch am dichtesten.

Königskrabbenfischen

Das Fischerdorf Bugøynes in Süd-Varanger hat sich auf die Königskrabbe spezialisiert. Hauptsaison ist von Oktober bis Januar, wenn die Fleischfülle in der Schale am größten ist. Der Fang ist über einen Vertrag mit Russland reguliert. Ansonsten gehen in der östlichen Finnmark auch einige Königskrabben als Beifang ins Netz.

Sorgen wegen ökologischer Auswirkungen

Nur Weniges wird unter den Fischern an der Küste so kontrovers diskutiert wie die Königskrabbe. Einige Fischer sind der Auffassung, der Eindringling störe das Gleichgewicht des Meeres, da er auf seinem Weg alles vertilge. Andere meinen, das schmackhafte Schalentier sei für die norwegische Fischereibranche eine wertvolle Bereicherung. Westlich des Nordkaps wünscht man jedoch nicht, dass sich die Krabbe allzu sehr zuhause fühlt, daher darf sie dort frei gefangen werden.

Fischen mit den Gästen

Das Fangen von Königskrabben ist leicht und unterhaltsam. Man wird im Boot auf das Meer gebracht, wo die Reusen heraufgezogen werden, eventuell mit Hilfe eines Tauchers. Plötzlich wimmelt das Bootsdeck von krabbelnden Riesenkrabben und man kann sich mit einem der gewaltigen Brocken in der Hand fotografieren lassen. Auch wenn die Krabben sehr unfreundlich aussehen, sind sie gänzlich ungefährlich, so lange man den Anweisungen der Mannschaft folgt. Die meisten Krabben werden wieder in die Freiheit entlassen, man behält nur so viele, wie für eine gute Mahlzeit nötig sind. Dann geht es an Land, wo die Krabben ins Jenseits befördert und durch Kochen in Meerwasser in ein köstliches Gericht verwandelt werden. Man genießt sie in der Regel nur mit Brot, Majonäse und vielleicht einem Glas Weißwein. Etwas Köstlicheres gibt es nicht!

Krabbendelikatessen

Sich derart mit Königskrabbe den Bauch vollzuschlagen, ist reiner Luxus. In feinen Restaurants in Oslo werden hierfür stolze Preise verlangt. Die nordnorwegischen Restaurants bieten ebenfalls Königskrabbe in allen Varianten.