6000 bis 7000 Jahre alte Figuren, die am ganzen Altafjord entlang verstreut sind; Angeln, Bärenjagd, Tiere, geometrische Formen und Portraits von Menschen. Die Felsritzungen in Alta, ein Teil des Welterbes, nehmen uns mit hinein in die Vorstellungswelt der Steinzeit.

Ein Volk der Jäger und Fänger

Rentiere und Elche, die schwimmen, man sieht nur die Köpfe herausragen. Menschen mit Angelleine im Boot und ein großer Heilbutt weit dort unten. Bärenjagd im Frühjahr, bei der der Bär in einer Bildfolge wie im Zeichentrickfilm aus dem Bau gejagt wird. Gerätschaften, Tierwelt, geometrische Formen, Menschen. Die Motive der Felszeichnungen in Alta vermitteln einige einzigartige Einblicke in die Denkweise und den Alltag vor einigen tausend Jahren.

Warum wurden sie gemacht?

Es ist oft leicht erkennbar, was die Felszeichnungen vorstellen sollen, aber schwer zu wissen, weshalb die Menschen es für gut befanden, sie zu schaffen. Vielleicht hat man Mythen und Geschichten in Bilder gefasst, vielleicht spielten sie bei der Ausübung der Religion eine Bedeutung. Eine erschöpfende Antwort werden wir nie bekommen, es ist einfach keiner da, den man fragen könnte!

Rings um den ganzen Fjord

Hjemmeluft, westlich des Stadtzentrums von Alta, ist das größte Feld, und hier finden Sie das Alta Museum. Felsritzungen findet man jedoch an vielen Stellen; auf dem Kåfjord-Feld gibt es besonders viele Spuren, vielleicht war dies ein guter Platz um Rentier- und Bärenjagd zu treiben? In Transfarelv befinden sich Felsmalereien, auf denen die rote Farbe erhalten geblieben ist. Auf Langnesholmen wurden Menschenfiguren in einen großen Stein geritzt. Einige der eigentümlichsten Felsritzungen befinden sich auf Amtmannsneset, dort sind Menschen in einer naturgetreueren Darstellung abgebildet. Es ist ein verführerischer Gedanke zu glauben, dass es Portraits von Menschen sind, die vor 3000 Jahren gelebt haben.

Wie alt sind sie?

Die Felsritzungen sind über einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren entstanden. Vielleicht war es bei den Menschen eine Tradition, sich hier auf ihren jährlichen Wanderungen zu versammeln. Bei der Datierung prähistorischer Funde in Nordnorwegen verwendet man die historischen Küstenlinien als Ausgangspunkt. Während der Eiszeit, vor 15-20 000 Jahren, wurde das Land von den Eismassen in die Tiefe gedrückt. Als das Eis vor rund 17 000 Jahren zu schmelzen begann, fing das Land langsam an sich zu heben. Ein Fund aus der Steinzeit hoch oben im Talhang ist somit älter als ein Fund näher am Wasser, denn die Menschen in Nordnorwegen haben wohl immer so nahe wie möglich am Meer gelebt. Die Wissenschaftler datieren die ältesten Felsritzungen auf 4200 – 5200 vor Christus, und die jüngsten auf 200 v. Chr. – 200 n. Chr.

Welterbe und Touristenattraktion

Das Museum Alta befindet sich an der größten Konzentration von Felsritzungen in Hjemmeluft. Hier gibt es über 3000 Figuren, verteilt auf 85 Felder. Fußwege und Rampen über eine Länge von 2,9 Kilometern führen zu einer repräsentativen Auswahl von Ritzungen. Im Sommer werden geführte Ausflüge in den Felszeichnungen herum veranstaltet. Im Winter sind die Felder von Schnee bedeckt, und es ist nur möglich, die Ausstellungen im Museum zu sehen. Die übrigen Felsritzungen rund um den Altafjord sind nicht gekennzeichnet oder hergerichtet. 1985 wurden die Felsritzungen auf die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Das Museum Alta verfügt auch über Ausstellungen zur Forschung über das Nordlicht, über die Kultur der Samen und über den Skispringer Bjørn Wirkola aus Alta.

www.alta.museum.no hat mehr Information. www.visitalta.no informiert bestens über Alta.