Lovund, Archipel im Helgeländischen Insellabyrinth, ist nicht nur für den Vogelfelsen Lundeura, sondern auch für seine Lachsindustrie bekannt. Wer sich auf den Weg hier hinaus macht, stößt auf eine Mischung aus traditionsreicher Idylle und modernem Wirtschaften.

Seezeichen für die Schifffahrt

Der 625 Meter hohe Lovundberg ragt weithin sichtbar über dem aus Tausenden flacher Holme bestehenden Inselparadies Helgeland empor. In seinem Windschatten entwickelte sich eine vielseitige Gemeinde mit idyllischen alten Nordlandhäusern und gepflegten Villen ebenso wie einem modernen Lachsschlachthof. www.nordnorge.com spazierte an einem herrlichen Vorsommertag durch Lovund, watete an dem schönen Badestrand hinaus ins eiskalte Wasser, fotografierte alte Nordlandhäuser, versorgte sich mit Eis aus dem Lebensmittelladen und besichtigte schließlich den Lachsbetrieb. Dann stand eine Wanderung entlang des Pfades an der Westseite der Insel auf dem Programm, über die Heidelandschaft vorbei an einigen gekennzeichneten steinzeitlichen Siedlungen. Später nahmen wir aus der erlesenen Speisekarte des Hotels ein köstliches Abendessen ein. Der helle Polarsommer ließ immer noch genügend Zeit, um den Papageientauchern einen Besuch abzustatten, sodass sich dieser Urlaubstag als angenehme Erholung bei herrlichem Komfort zusammenfassen lässt.

Der Vogelfelsen Lundeura

Auf der Westseite des Berges Lovundfjellet liegt die Lundeura, ein gigantisches Geröllfeld. Hier, in den Zwischenräumen der Felsblöcke, kann der putzige Papageientaucher in aller Ruhe und sicher vor Nesträubern seinen Nachwuchs aufziehen. Über einen Pfad von der Siedlung aus erreicht man die Lundeura in etwa 15 Minuten.  www.nordnorge.com kam am frühen Abend hierher – und bekam kaum einen Vogel zu Gesicht. «Sie sind bei diesem guten Wetter wohl draußen beim Fischen », bekamen wir zu hören, «versucht es noch einmal am späteren Abend». Und ganz richtig: etwa um 10 Uhr abends, bei niedriger Sonne nördlich der Nachbarinsel Træna, kamen die Papageientaucher zu Tausenden hereingeflogen. Wie ein gigantischer Bienenschwarm wirkten die wenig aerodynamischen Vögel, als sie zu Hunderten gleichzeitig über der Lundeura flatterten.

Ankunftstag der Papageientaucher

Jedes Jahr am 14. April, dem ersten Sommertag, treffen die Papageientaucher an ihrem Nistplatz in Lovund ein. Den ganzen Winter über haben sie auf dem offenen Meer verbracht. Im Frühjahr sammeln sie sich in Kolonien und fliegen in Richtung Küste, wo sie auf den Tag genau am 14. April ihre Brutfelsen in Besitz nehmen. Der Anblick, wenn 30-40.000 Vögel gleichzeitig hereinbrechen, ist ein großartiges Naturerlebnis, das zahlreiche Zuschauer anzieht.

Lovundfjellet – der Hausberg

Höchster Punkt der Insel ist der 625 Meter hohe Lovundfjellet, den man, von der Ostseite kommend, in etwa 2 Stunden besteigen kann. Es geht steil nach oben, der Pfad ist jedoch gut markiert ohne besonders ausgesetzte Abschnitte. Die Belohnung ist natürlich die Aussicht vom Gipfel, die sich an guten Tagen bis zum Okstindan an der schwedischen Grenze, nach Træna im Atlantik und über die Inselwelt Helgelands im Süden erstreckt.

Lachs als Entwicklungsmotor

Viele Küstengemeinden sind von Bevölkerungsverlust und wirtschaftlicher Stagnation geprägt. Nicht jedoch Lovund: Hier hauchten zwei Lachszüchter der Gemeinde neues Leben ein –der an der ganzen Helgelandsküste gezüchtete Lachs wird in der örtlichen Lachsschlachterei verarbeitet und geht anschließend in die ganze Welt. Nachdem die Bevölkerungszahl in den 1970er Jahren mit 220 Einwohnern ein historisches Tief erreicht hatte, sind seitdem nur noch Zuwächse zu verzeichnen. Derzeit leben etwa 500 Menschen auf der Insel, darunter viele Familien und auch Einwanderer aus mehreren europäischen Ländern, und weitere Wohngebiete sind geplant. Täglich verlassen ca. 20 Trailer die Insel und der Umsatz pro Einwohner liegt bei etwa 4 Millionen NOK –Lovund ist so gesehen wohl einer der erfolgreichsten Wirtschaftsstandorte Norwegens.

Stilvoll

Das Rorbuhotel Lovund bietet moderne Zimmer mit gutem Standard in traditionellem Stil. Der Blick auf Træna an klaren Tagen ist mystisch schön, das Restaurant überrascht jedoch am meisten: elegant gedeckte Tische mit stilvollen Gläsern, an denen ausgesucht höfliche Kellner ein erlesenes Menü aus Meeresfrüchten, Fisch und Fleisch mit perfekt abgestimmten Weinen servieren. Vor allem in solchen Augenblicken merkt man, dass die kleine Inselgemeinde Lovund global orientiert ist - alte Küstentradition wird von internationalen Impulsen belebt. Die Rohstoffe sind dabei höchst lokal: sowohl Lachs als auch Heilbutt leben direkt vor der Tür und kommen fangfrisch auf den Teller.

Anreise nach Lovund und Træna

Lovund ist mit dem Schnellboot einmal täglich von Sandnessjøen aus erreichbar, wo es auch einen Flugplatz gibt. Auch der Nordlandsekspressen, das Schnellboot zwischen Bodø und Sandnessjøen, bietet Anschluss zum Boot nach Lovund. Von Stokkvågen an der Fv 17 (Küstenpanoramastraße) gelangt man mit der Autofähre nach Lovund, wobei man jedoch bedenken sollte, dass das Straßennetz hier draußen äußerst bescheiden ist, die Fährengebühren für Auto und Fahrrad zahlen sich daher nicht unbedingt in Form von „Transportwert“ aus. An einigen Wochentagen kann man mit dem Lokalboot eine Tagestour zur Nachbarinsel Træna unternehmen, der äußersten Insel Helgelands, und anschließend in Lovund übernachten – so erlebt man zwei Inseln auf einen Streich. 

Nähere Informationen

Die Homepage des Lovund Rorbuhotell bietet weitere Informationen über Lovund. Auf den Internetseiten des Tourismusverbands Helgeland Reiseliv findet man ebenso zahlreiche Informationen über Lovund und weitere Ziele in der Umgebung.