Die Tage von Fischerdörfern sind oft gezählt. Nyksund ist eines von vielen Fischerdörfern an der Küste, dessen Zeit abgelaufen ist. Doch Nyksund bekam nochmals eine Chance, diesmal als Rettungshafen für wandernde Menschen die Sinn für und das Bedürfnis nach einer Auszeit haben.

Das Zentrum von Vesterålen

Um 1900 war Nyksund ein wirtschaftliches Kraftzentrum in Vesterålen. Hier, ganz außen am offenen Meer, war man den Fischgründen am nächsten, deshalb kamen die Schiffe hierher, um an der Saisonfischerei teilzunehmen. Fischannahme, Laden, Bäckerei, Schule – das Dorf war wie eine kleine Stadt.

Abwanderung

Nach dem 2. Weltkrieg ging es abwärts mit Nyksund. Die Schiffe wurden größer und der Hafen in Nyksund wurde zu eng und flach. Die großen Schiffe waren auch schneller, man konnte daher gut in dem ruhigeren, geschützteren Ort Myre wohnen. In den sechziger Jahren erhielten die letzten Bewohner einen Zuschuss für die Abwanderung, und um 1970 war es aus. Das moderne Myre hatte komplett übernommen. Kais, Landungsbrücken und Wohnhäuser wurden an einem der ausgesetztesten Plätze der Küste Wind und Wetter überlassen.

Neues Leben

In den achtziger Jahren wurde Nyksund erneut entdeckt, diesmal von dem Sozialpädagogen Heinz Nickel aus Berlin. In Zusammenarbeit mit der Universität Berlin initiierte er ein Projekt, bei dem Jugendliche aus Berlin, die aus der Stadt wegkommen mussten, nach Nyksund zogen, um die alten Häuser zu restaurieren. Jetzt haben sich zu den idealistischen Berlinern ergänzend Künstler, ehemalige Bewohner von Nyksund auf Sommerbesuch und Feriengäste hinzugesellt.

Das Leben im Sommer

Ein Besuch im Sommer in Nyksund ist nicht länger eine Begegnung mit der Einsamkeit. Hier gibt es mehrere Übernachtungsangebote. Die gastronomische Auswahl ist ebenfalls ansprechend, sie reicht von modernem Essen wie im Osloer Szene-Viertel Grünerløkka, bis hin zu ländlichen und einheimischen Gerichten. Künstler wie Sigrid Szetu lassen sich von Meer und Himmel inspirieren. Es werden Yoga-Aufenthalte angeboten. Im August finden die Nyksundfestivals statt – mit Kinderfestival, Kunstfestival und dem Musikfestival Nyksund Ti. Die Anzahl das ganze Jahr über hier lebender Bewohner ist jetzt zweistellig geworden, und zum ersten Mal seit über 30 Jahren werden in Nyksund Kinderwägen geschoben.

Der Königinnenweg

Die Wanderung von Nyksund über das Fjell nach Stø erhielt ihren Namen, nachdem Königin Sonja hier 1994 gewandert ist. Die Wanderung verläuft sowohl am Strand entlang als auch oben im Fjell und Sie müssen für die 15 Kilometer etwa 8 Stunden einplanen. Nach Norden hin sieht man Andøya, nach Osten Hinnøya und nach Westen blickt man über den Atlantik, ohne irgendeine Form von schützendem Schärengarten.

Mehr über Vesterålen

Nyksund ist auch eine gute Stelle, um das Nordlicht zu sehen. www.visitvesteralen.no, das Website der Inselgruppe, hat viel mehr Information über Vesterålen.