Fisch und Meeresfrüchte sind gerade im Winter unwiderstehlich - fest und von intensivem Aroma. Zu den Winter-Spezialitäten gehören traditionelle Gerichte ebenso wie kulinarische Innovationen.

Lutefisk

Der in einer Lauge gewässerte Trockenfisch – nordnorwegischer Dorsch – ist in ganz Nordeuropa ein Traditionsgericht. Als Stockfisch konnte der Dorsch schon vor 1000 Jahren leicht exportiert werden. Heute ist er nicht nur ein beliebtes Weihnachtsessen, sondern wird in der gesamten Herbst- und Wintersaison verspeist.

Weihnachts-Heilbutt

Früher servierte man am Heiligen Abend Heilbutt – auch heute noch ein Winter-Hit. In einfacheren Gaststätten bekommt man ihn nach Hausmacher-Art gedämpft mit Kartoffeln und Gemüse. Gehobene Restaurants servieren ihn gerne mit ausgefeilten Saucen und eleganten Beilagen. Kveiterekling sind getrocknete Heilbuttspeck-Stücke, die als Snack verkauft werden.

Mølje

Nach Weihnachten zieht der norwegisch-arktische Dorsch zum Laichen an die Küste. Dann findet im Meer vor den Lofoten, den Vesterålen und vor Senja der traditionelle Lofotenfischfang statt. Das zugehörige Saisongericht ist Mølje, ein Eintopf aus frischem Dorsch mit Leber und Rogen, Kartoffeln und Möhren – nährstoffmäßig eine rundherum komplette Mahlzeit mit wertvollen Fettsäuren und Proteinen.

Weitere Delikatessen aus Dorsch

Früher wurde der Dorsch von Kopf bis Fuß verwertet. Auch heute noch lösen die Kinder die Zungen aus den Dorschköpfen, die anschließend paniert und in Butter gebraten werden – eine leicht verdauliche Delikatesse. Auch Dorschbäckchen sind sehr beliebt. Die „Kamsemager“ – Dorschmägen mit Dorschleber gefüllt – sind für Gäste vermutlich eine etwas größere Herausforderung, schmecken aber überraschend lecker und liefern ebenfalls wertvolle Fettsäuren.

Highlight für Gesellschaften

Mølje und Lutefisk stellten früher Alltagskost dar. Heute sind diese Gerichte ein gesellschaftliches Ereignis: ganze Firmen und Chöre suchen die Restaurants auf, um vor Weihnachten Lutefisk und nach Weihnachten Mølje zu verspeisen, wobei der zugehörige Aquavit gerne für beste Stimmung sorgt. Sogar die selbstbewussten Restaurantkritiker aus Oslo finden nun den Weg nach Norden, um das Phänomen Mølje einem internationalen Publikum zugänglich zu machen.

Boknafisch

Trockenfisch muss gar nicht vollständig getrocknet werden. Boknafisch, vielfach auf den nordnorwegischen Veranden anzutreffen, wird, sobald er nach ein bis zwei Wochen halbtrocken ist, gekocht und mit Kartoffeln, Erbsen- oder Möhrenpüree und Speck genossen. Dieses traditionelle Alltagsgericht findet sich zunehmend auf den Speisekarten der Restaurants.

Meeresfrüchte

Schalentiere verbindet man hauptsächlich mit dem Sommer, doch im Winter schmecken sie tatsächlich besser, weil sie dann größer und fester sind. Kammmuschel, Herzmuschel und die Große oder die Gemeine Miesmuschel finden sich zunehmend auch im Winter auf den Speisekarten. Früher betrachtete man Muscheln in Nordnorwegen eher als Köder, weshalb die Zubereitung von Schalentieren eher von der mediterranen Küche geprägt ist. Die gigantische Königskrabbe kann das ganze Jahr über bei speziellen Krabbentouren aus dem Meer gefischt werden.