Direkt unter dem Nordlicht-Oval liegt Tromsø, eine kleine Großstadt mit spannender Vergangenheit, einer lebhaften Atmosphäre und unzähligen Schnee- und Wintererlebnissen.

Das Tor zum Eismeer

Wenn der Schnee meterdick die Landschaft bedeckt, man auf den glatten Gehsteigen zu unfreiwilligen Pirouetten gezwungen wird und die Nacht schon am frühen Nachmittag hereinbricht, dann sollte man Tromsø besuchen. Das ist nämlich die Jahreszeit in der die die Lokalbevölkerung am geselligsten ist, das Kultur- und Festivalleben so richtig loslegt und vor allem das Nordlicht am häufigsten am Himmel zu sehen ist. Tromsø ist eine interessante und vielseitige Nordlicht- und Winterstadt und gar nicht so kompliziert zu erreichen, wie man denken sollte.

Nordlicht an jeder Ecke

Wie auch große Teile von Nordnorwegen, liegt Tromsø direkt unter dem Nordlicht-Oval. Das bedeutet, die Stadt ist einer der Orte auf der Welt mit dem meisten Nordlicht. Sogar mitten in der Stadt kann man es häufig sehen. Viele fahren jedoch lieber etwas aus der Stadt heraus, damit es ganz dunkel wird. Durch das unstabile Küstenklima in Tromsø, krallen sich die Schneewolken jedoch oft an den Berggipfeln fest, und viele Nordlichtjäger fahren lieber hinaus in die dunkle Winternacht. Manchmal geht es in die zu den trockensten Gegenden Nordeuropas zählenden Gebiete hinter den Lyngsalpen, oder aber zur äußeren Küste hin, je nach Wind und Wetter. Hohe Berge, Fjorde und Inseln bilden eine Vielzahl von Mikroklimazonen, so dass fast immer der eine oder andere Ort wolkenfrei ist.

Eine farbenfrohe Winterstadt

Im Stadtkern von Tromsø findet man eine kunterbunte, zusammengewürfelte, windschiefe Mischung aus schmucken, farbenfrohen Holzhäusern aus dem 19. Jh., einige Perlen des Jugendstils und des Funktionalismus, straffe Betonbauten der 70-er Jahre wie auch prahlenden architektonischen Erdöl-Boom. Läden, in denen man ein Schnäppchen machen kann, gesellige Cafés, Restaurants, deren Speisekarte Fischgerichte enthält, sowie ein gutgelauntes und nicht gerade leises Nachtleben sorgen dafür, dass auf der Hauptstraße Storgata fast rund um die Uhr emsiges Treiben herrscht. Im Winter gibt es in der Hauptstraße fast jedes Wochenende ein anderes Festival –vom Filmfestival über das Nordlichtfestival bis zum Rentierrennen.  

Auf Entdeckungsreise

Die Geschichte des Eismeerfangs und der großen Entdecker wird im Polarmuseum gezeigt. Die Robben und die Aquarien im Erlebniszentrum Polaria sind für alle ein Erlebnis, die Führung durch die nördlichste Brauerei Mack ist jedoch nur für Erwachsene. Im Stadtzentrum stehen auch zwei aus Holz gebaute Domkirchen, die eher intim als imposant sind – eine eher architektonische Leichte hat dahingegen die moderne Eismeerkathedrale gleich auf der anderen Seite der Tromsø-Brücke. Das Universitätsmuseum hat große Ausstellungen über Nordnorwegens Geschichte, Kultur und Natur. Nimmt man die Gondelbahn „Fjellheisen“ zum Berg hinauf, hat man eine einzigartige Aussicht über die Berge und das Meer. Im Nordlichtplanetarium des Wissenszentrums „NordNorsk Vitensenter“ bekommt man mehr Einsicht in die wissenschaftliche Erklärung dieses Naturphänomens.

Walsafari in der Polarnacht

In den letzten Jahren haben Mitte Oktober rund 5 Milliarden Heringe die Küste der Regionen Troms und Vesterålen aufgesucht, um hier zu laichen. Buckelwal, Finnwal und Schwertwal folgen den Heringsschwärmen und können in den engen Fjorden zwischen den Inseln westlich der Stadt gesehen werden. Irgendwann im Januar ziehen sie nach Süden, und ab Februar sind sie wieder draußen im Meer. In den wenigen Tageslichtstunden während der Polarnacht kann man mit dem Boot hinaus fahren und den Walen ganz nahe kommen.

Abenteuer im Winterland

Wenn der Nordwestwind bläst, kann es in Tromsø tagelang ununterbrochen schneien. 1997 wurden in Tromsø 240 cm Schnee gemessen, was hoffentlich diesen Winter nicht wieder passiert. Die großen Schneemengen laden zum Langlauf, zum Freeride in alpiner Landschaft, zu Fahrten mit Hundeschlitten oder Schneemobilen, zu Schneeschuhwanderungen oder zum Eisfischen ein. Manche Leute sind tagsüber unterwegs, um die verschneite Winterlandschaft zu genießen, und andere sind am liebsten abends draußen, um das Nordlicht zu sehen, wenn es sich blicken lässt. Das Ausflugsangebot ist beeindruckend, und Sie können im Voraus per Internet oder kurzfristig bei der Tourist-Information Visit Tromsø buchen.

Mildes Winterklima, leicht erreichbar

Man sollte meinen, dass Tromsø, 350 km nördlich des Polarkreises und nur ca. 2000 km vom Nordpol entfernt, kalt und ungemütlich ist. Tatsächlich liegen aber die Durchschnittstemperaturen im tiefsten Winter bei ca. -4C, und mit guten Schuhen, Schuhspikes, Wollunterwäsche, Mütze und Handschuhen  friert man nicht. Bei Aktivitäten gibt es oft einen Thermo-Overall. Von Tromsø aus gibt es täglich 10-12 Flüge nach Oslo, und im Winter gibt es auch Direktflüge nach Stockholm, Helsinki und London. Die Hotelkapazität wurde in den letzten Jahren stark ausgebaut, daher ist es meistens nicht schwierig, ein Hotel zu finden. Winterreiseziele in Nordnorwegen wie Bodø, Narvik, die Lofoten-Inseln und die Vesterålen-Inseln südlich von Tromsø sowie Svalbard/Spitzbergen, Alta, Hammerfest und das Nordkap im Norden sind mit dem Flugzeug, den Schiffen der Hurtigrute und mit dem Bus leicht erreichbar.

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Visit Tromsø, der örtliche Fremdenverkehrsverband, präsentiert auf seiner Homepage Übernachtung, Essen & Trinken und eine äußerst reichhaltige Auswahl an Aktivitäten in Tromsø.