Ølhallen, die Bierhalle in Tromsø aus dem Jahre 1928 öffnet um 10.00 Uhr und schließt um 18.00 Uhr. Genießen Sie ein Glas „Blanding“ mit den mitteilungsbedürftigen Tromsöern, aber rechnen Sie nicht damit ihre Ruhe zu haben und bestellen Sie um Himmels Willen keinen Chablis

Die Mauern atmen Geschichte

Im Keller der Brauerei Macks, der nördlichste Brauerei der Welt, wurde 1928 die Tromsöer Bierhalle eröffnet. In ständiger Abendbeleuchtung und auf groben Schemeln genießen die Tromsöer hier ihr Bier. Die Halle öffnet um 10.00 Uhr vormittags und schließt um 18.00 Uhr. Die Öffnungszeiten haben sich seit damals nicht groß verändert. Die Bierhalle ist also keine trendige Bar, sondern spielt in ihrer eigenen Liga.

Viele Biersorten

In die Bierhalle geht man um Bier zu trinken, vor allem Mack-Bier. Die komplette Auswahl an Mack-Bieren ist vorhanden, vom Fass, aus Flaschen oder beides gemischt. Normales gelbes Mack-Pils, das etwas schwerere Håkon-Bier, dunkles Bayer und auch alle neuen Sorten werden hier angeboten. Die Stammkunden der Bierhalle schwören hingegen auf das sogenannte „Blanding“, einer Mischung aus zwei Teilen schwarzem und einem Teil hellem Pils.

Ein Paradies für Männer

Die Bierhalle war kein Ort für Frauen. Es gab keine Damentoiletten und wenn eine Frau ihren Mann erreichen wollte, musste sie ihm durch einen Gast Bescheid geben lassen. Von nervenden Frauen blieb man hier drinnen also gänzlich verschont - die ungelegene Forderung nach Haushaltsgeld.

Gute Geschichten

Einer der bekanntesten Gäste der Trinkhalle war der Eisbärkönig Henry Rudi. Er erlegte über 700 Eisbären im Laufe seiner Fängerkarriere. Aus so etwas entstehen Geschichten und zwar gerne solche, die mit den Jahren immer besser werden. Für die Fänger war die Bierhalle nach der Überwinterung auf Spitzbergen oder langen Monaten im Eismeer die Anlaufstelle Nummer eins. In den sechziger und siebziger Jahren nahm die Zahl der Fänger ab, in der Bierhalle jedoch lebten sie in den Erinnerungen weiter.

Die Frauen bekamen Zugang

Ende der sechziger Jahre trauten sich ein paar Schülerinnen der Lehrerschule aus dem naheliegenden Schwesternheim in die Bierhalle. Erschrocken begriffen Stammkunden und Bedienung, dass die Zeit der reinen Männerlokale vorbei war. Trinkt man Bier, braucht man Erleichterung, deshalb fand sich 1970 eine kleine Gruppe von Frauen, die eine Damentoilette forderten. Es wurde also eine funkelnagelneue, moderne Toilette gebaut - die man den Männer gab, die Frauen bekamen die alte!

Alle kommen in die Bierhalle

Die Bierhalle veränderte sich mit der Stadt. Bis in die siebziger Jahre hinein bestand das Klientel hauptsächlich aus Fischern und Fängern und war von der Arbeiterklasse geprägt. Das Bürgertum wollte hier nicht gesehen werden. 1972 öffnete die Universität Tromsö und sowohl Studenten als auch Professoren bevölkerten die Bierhalle. Viele Abschlussarbeiten gingen sozusagen in Rauch auf und ertranken im Bier.

Lichtloipe

Das Tromsö der siebziger Jahre war jung, politisch radikal und geschwätzig. Alle wollten plötzlich in die Bierhalle. Freitag Nachmittag musste man sich einen Weg bahnen: durch langhaarige Radikale, die die Weltrevolution diskutierten, Frauen mit Pelzhüten und jungen Fischern mit viel Geld. Die Stimmung war aufgeladen, doch der Glaube stand der Tradition entgegen: die Bierhalle schloss als der Abend noch jung war. Die Leute wanderten weiter zu den neuen Bars, die plötzlich eröffneten. Tromsös berühmte „Lichtloipe“ war eine Tatsache und die Bierhalle der obligatorische Start. Während unzählige Kneipen in den vergangenen Jahrzehnten eröffnet wurden und wieder schlossen, hält die Bierhalle die Stellung und ist genauso beliebt wie eh und je..

Mack – Eine Brauerei mit Profil

Macks Brauerei ist noch älter als die Halle. Der Bäcker Ludwig Mack war ein religiöser Mann, der die Trinkerei der Tromsöer Arbeiterklasse mit Schrecken betrachtete. Damals tranken die Leute meistens Brandwein. Manch einer übertrieb es und vertrank Haus und Hof. Bier dagegen hat weit weniger Alkoholprozente und erfordert häufige Toilettengänge. Ludwig Mack war deshalb der Auffassung, Bier könne die übermäßige Einnahme von Alkohol ersetzen. 1877 begann er mit der Bierproduktion, unterstützt von seinem Vater aus Braunschweig. Noch immer ist die Brauerei im Familienbesitz, denn sie hat sich allen Übernahmeangeboten von Brauereigiganten südlich des Polarkreises widersetzt.

Besuchen Sie die Bierhalle

Die Bierhalle liegt am Südende der Storgata und ist leicht zu finden. Sie können an einer Führung durch die Brauerei teilnehmen oder einfach ein Bier mit den Stammkunden trinken. Rechnen Sie mit viel Gesprächsstoff und guter Laune. Freitag Nachmittag ist am meisten los: Halb Tromsö beendet dann die Arbeitswoche mit einem Pils in der Bierhalle. Man kann nie wissen, ob es bei dem einen Feierabendbierchen bleibt oder ob man den Nachtbus nach Hause nehmen muss.

Mehr über Tromsø und Ølhallen

  • Ølhallen hat ihre eigene Website mit mehr Information
  • Visit Tromsø, das örtliche Fremdenverkehrsamt, informert über alles andere in Tromsø.