Eine Schneescootertour auf Svalbard entführt Sie in die unberührte, arktische Wildnis. Eine weiße Landschaft aus Bergen, Tälern, Gletschern, zugefrorenen Fjorden mit einsamen Jägerhütten und Außenposten der Zivilisation erwartet Sie – verblüffend sicher und gut organisiert, gerade einmal 1100 km vom Nordpol entfernt.

Nördlichstes Reiseziel der Welt

Svalbard ist das nördlichste Reiseziel der Welt und das einzig zugängliche, das als Hocharktis bezeichnet werden kann. Somit können auch normal Reisende diese ungezähmte Wildnis erleben, ohne sich zur Expedition rüsten zu müssen – eine einfache Anmeldung genügt. www.nordnorge.combegleitete eine kleine Gästegruppe auf Svalbard, die eine Schneescootertour nach Barentsburg plante.

Das korrekte Outfit

Vor der Abfahrt erhielten wir die nötige Ausrüstung: einen dicken Wollpullover, eine Sturmmütze, solide Scooter-Handschuhe, dicke Wollsocken, Scooterstiefel, einen dicken Thermo-Overall, Schutzbrille und Helm. Anschließend wurden wir kurz in die Kunst des Scooterfahrens eingeführt: Gas rechts, Bremse links. Selbstverständlich zeigte man uns auch den Totmannknopf, die Notbremse auf der linken Seite, die den Scooter in einer Notsituation umgehend zum Stehen bringt. Ein paar Fahrtechnik-Tipps schaden ebenfalls nicht: Kippt der Scooter nach rechts, lehnt man sich zum Ausgleich nach links, der gesamte Rücken darf dabei gerne außen überhängen.

Professionelles Guiding

Unsere 12-Personen-Gruppe wurde von drei Guides betreut – einem Anführer an der Spitze des Zugs, einem Schlusslicht und einem Begleiter in der Mitte des Trecks. Wegen der Eisbärengefahr waren alle Guides mit einer Waffe für den Notfall ausgerüstet. Für unerwartete Ereignisse hatten wir eine Extraladung Benzin für die Scooter, trockene Ersatzkleidung und Notproviant im Gepäck. Unsere Guides waren erfahrene Wildniskenner, die einen Großteil ihrer Zeit in der Natur von Svalbard weitab der Zivilisation verbringen. Wir fühlten uns in besten Händen!

Über das Gebirge

Wir bogen ab, fuhren durch Longyearbyen und anschließend auf der Scooterroute über den Gletscher Longyearbreen. Der erste Teil der Tour ging bei dichtem Schneetreiben und langsamer Fahrt über das Gebirge und über steile Kurven wieder hinunter. Nach wenigen Kilometern machten wir kurz Halt, denn die Guides wollten sichergehen, dass alle Teilnehmer wohlauf sind. Wenn eine Scootergruppe anhält, parkt man in Formation nach den Anweisungen der Guides und stellt den Motor ab. So steht man dicht beieinander, statt in der Landschaft verstreut.

Schnelle Fahrt

Auf der Westseite von Longyearbyen vom Gebirge herunter kommend, konnten wir auf den flachen Ebenen schneller fahren - etwa 50-60 Stundenkilometer. Die Route führte über zugefrorene Moore, das Fjorddelta der Colesbucht, über schmale Flussläufe und breite Täler – durch eine vollständig weiße Landschaft. Zuweilen hatten wir freie Sicht auf den Isfjord, dessen offenes Wasser am Ende unseres Blickfeldes erkennbar war. Das Svalbard-Ren, das an manchen Stellen in der Ferne weidete, ließ sich offensichtlich nicht von uns stören. Unterwegs machten wir mehrere Kaffeepausen und in der Hütte Semmelbu erzählte man sich später, jemand habe hier gestern einen Eisbären gesehen. Selbst bekamen wir jedoch keinen zu Gesicht – 15 Scooter machen wohl einfach zu viel Lärm.   

Richtung Barentsburg

Rasch ging es das Grøndalen hinunter zum Grønfjord. Wir bogen nach rechts ab und erreichten über das Fjordeis schließlich Barentsburg. Langsam fuhren wir in die Stadt ein – Rasen ist in bewohnten Gebieten nicht angesagt – parkten vor dem Hotel Barentsburg in Formation und waren, nachdem unsere Guides die Gewehre gesichert hatten, bereit für das Mittagessen. Im Hotel, das auch als Kantine für die kleine Gemeinde dient, servierte man uns ein russisches Gericht mit Piroggen und Pelmeni und wir konnten russische Souvenirs erwerben.

Am Fardalsbakken

Auf der Rückfahrt wurden wir bei der letzten Kaffeepause mental auf die letzte Herausforderung vorbereitet, die Steigung des Fardalsbakken. Um den Berghang zum Gletscher Longyearbreen hinaufzukommen, benötigt man eine gewisse Geschwindigkeit, um nicht mitten am Hang festzufahren. Alle hielten zunächst am Fuß des Hangs an. Dann starteten die Scooter einzeln mit einem Abstand von 20 Sekunden. Wir mussten Gas geben, was das Zeug hält. Alle kamen oben an – hier war nach der bestandenen Herausforderung natürlich gute Stimmung. Wäre jemand am Hang „verhungert“, wäre es jedoch auch kein Drama gewesen – einer der Guides hätte ihn abgeholt. So blieb uns nur noch die Abfahrt über den Longyearbreen in der blauen Dämmerung mit den Lichtern von Longyearbyen unter uns.

Scootertour auf Svalbard

Ausflüge mit dem Schneescooter gehören zu den Lieblingsaktivitäten der Svalbarder und so werden zahlreiche Scootertouren veranstaltet. Sogar im Januar, wenn es dunkel ist, fährt man mit Stirnlampe auf kürzere Touren, entweder über den zugefrorenen Adventfjord oder hinauf zur Fredhamnhütte am oberen Ende des Todalen. Barentsburg und das im Eis des Tempelfjords eingefrorene Segelschiff «Noorderlicht» liegen eine knappe Tagestour voneinander entfernt. Bei den kürzeren Scootertouren kann jeder, der über einen Führerschein, normale Sehstärke und einen funktionstüchtigen Rücken verfügt, auch ohne vorherige Scootererfahrung teilnehmen. Hier wird stets eine Einführung für Anfänger gegeben.

Längere Touren

Daneben werden längere Tagestouren zum Isfjord Radio am Kap Linné, zum verlassenen Grubenort Pyramiden und zur Ostküste angeboten –die längsten erstrecken sich über fünf Tage mit Übernachtung in Zelten und Hütten. Dafür ist ein wenig Scootererfahrung vorteilhaft und man sollte daran gewöhnt sein, sich im Freien aufzuhalten. Man kann auch individuell Scooter mieten, hierfür benötigt man jedoch einen Waffenschein und entweder eine eigene Waffe oder die Genehmigung zum Mieten einer Waffe.

Weitere Informationen

Svalbard Reiseliv sammelt alle verfügbaren Touren auf Svalbard auf der Internetseite www.visitsvalbard.com